Am „Tag des Sieges“

Hacker stören Propaganda-Show in Putins Staats-TV

Web
09.05.2022 09:36

Ausgerechnet am „Tag des Sieges“ nehmen Hacker staatliche russische TV-Sender ins Visier, die Putins Propaganda-Show am Roten Platz von Moskau in die entlegensten Winkel Russlands übertragen sollten. Wer hinter den Cyberangriffen steckt, ist noch unklar. Die Attacken ähneln aber Aktionen, die vom Hackerkollektiv Anonymous ausgeführt wurden.

Auf Twitter präsentiert unter anderem ein für die britische BBC tätiger Journalist das Video eines russischen Programmführers auf seinem Fernseher. Der Name jeder einzelnen Sendung sei geändert worden.

Statt den Sendungsnamen steht am heutigen „Tag des Sieges“, an dem Russland mit großen Militärparaden den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland feiert, im digitalen Programmführer am TV-Gerät: „An Ihren Händen klebt das Blut Tausender Ukrainer und Hunderter ihrer ermordeten Kinder. Das Fernsehen und die Behörden lügen. Nein zum Krieg.“

Die Anti-Kriegs-Botschaften im russischen Fernsehen wurden auch von anderen Internetnutzern in Russland entdeckt: In einem Tweet ist zu sehen, dass die Botschaft offenbar auch außerhalb des Programmführers gezeigt wird. Offenbar wird sie beim Umschaltvorgang eingeblendet.

Hack ähnelt früheren Anonymous-Aktionen
Auf Twitter-Kanälen, die dem Hackerkollektiv Anonymous zugeschrieben werden, waren Montagfrüh noch keine Meldungen zu Angriffen auf russische TV-Stationen zu lesen. Das Hackerkollektiv hat aber schon früher erfolgreiche Angriffe auf russische TV-Sender durchgeführt.

Die Aktion erinnert an frühere erfolgreiche Anonymous-Aktionen gegen russische Staatsmedien. (Bild: stock.adobe.com)
Die Aktion erinnert an frühere erfolgreiche Anonymous-Aktionen gegen russische Staatsmedien.

Bereits Anfang März meldete das Hackerkollektiv, eine der „größten Anonymous-Operationen, die es je gab“ ausgeführt und mehrere russische TV-Kanäle und Streaming-Dienste gekapert zu haben. Anonymous zeigte dem russischen TV-Publikum dort Bilder aus der Ukraine und verbreitete Anti-Kriegs-Botschaften.

Anonymous hatte kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine der Putin-Regierung den Cyberkrieg erklärt. In einem Twitter-Video - siehe oben - kündigte man Vergeltung an. Attacken auf russische Websites waren dabei „erst der Anfang“. Anonymous droht im Video: „Ihre Geheimnisse sind möglicherweise nicht mehr sicher und es besteht die Möglichkeit, dass Schlüsselinfrastruktur ihrer Regierung gekapert werden könnte.“

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