29.06.2011 13:00 |

Nach Wimbledon-Aus

Paszek: "Beginn einer neuen Ära in meiner Karriere"

Sybille Bammer hat in Wimbledon ihr letztes WTA-Turnier gespielt, für Tamira Paszek beginnt sozusagen der zweite Teil ihrer Karriere. Die erst 20-jährige Vorarlbergerin hat die Tennis-Welt mit einem sensationellen Erfolgslauf ins Viertelfinale überrascht. Am Dienstagabend war der Lauf in Wimbledon - jenem Ort, an dem sie schon 14-jährig das Juniorinnen-Finale erreicht hatte - vorerst vorbei. Nach schwierigen Jahren ist Paszek dennoch wieder die Hoffnung für Österreichs Damen-Tennis.
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Titelseiten in Österreichs Zeitungen, eine Live-Übertragung im ORF in der "prime time" - ähnlich viel Aufmerksamkeit hatte Paszek vor vier Jahren erhalten. "Es war viel Rummel, als ich 16 war. Danach die Sache mit Olympia, die Coach-Wechsel. Jetzt sind es endlich wieder positive Schlagzeilen", freut sich Paszek, die in den vergangenen Jahren in aller Ruhe ihren Weg gegangen ist. Ihr Potenzial hat Paszek in diesen zehn Tagen in Wimbledon endlich wieder gezeigt und auch teilweise ausgeschöpft. Natürlich fehlen ihr Spiele gegen die großen Spielerinnen. Immerhin war Paszek nach Verletzungen und Rückschlägen am 24. Mai 2010 bis auf Platz 324 (!) zurückgefallen.

Zu Beginn ihrer Karriere ging alles schnell
"Ich habe von Null anfangen müssen", erinnert sich die Dornbirnerin. Erstmals in ihrer Karriere musste sie sich mit kleinen ITF-Turnieren nach oben arbeiten. Zu Beginn ihrer Karriere war alles so schnell gegangen mit dem Sieg in Portoroz im Alter von 15 Jahren und neun Monaten. "Das war eine Umstellung, aber es war eben Tatsache, dass ich so weit zurückgefallen bin und Teil der Arbeit."

Darum freut sie sich auch sehr für die deutsche Halbfinalistin Sabine Lisicki, die selbst nach einer langen Verletzungspause nun Schlagzeilen macht. "Ich habe sie vorhin getroffen, es freut mich riesig für sie. Ich weiß, was sie durchgemacht hat, da freut es mich umso mehr, was sie jetzt erreicht hat", sagte Paszek über eine ihrer besten Freundinnen auf der Tour neben Ana Ivanovic und Sorana Cirstea.

"Der Beginn einer neuen Ära"
Doch Paszek ist nun selbst zurück im Scheinwerferlicht der Tennis-Welt. Dass dieses Viertelfinale keine Eintagsfliege war, hat sie ja schon vor vier Jahren mit zwei Achtelfinali in Wimbledon und bei den US Open bewiesen. "Ich freue mich riesig für mich selbst, dass ich das geschafft habe. Es ist der Beginn einer neuen Ära in meiner Karriere. Ich hoffe, dass ich das nächste Mal noch einen Schritt weiter gehen kann", träumt die 1,65 m kleine Paszek schon von der nächsten Halbfinal-Chance.

Ihr schon bei den French Open nach einer Erstrunden-Niederlage geäußertes Ziel, einmal die Top Ten zu erreichen, scheint nach dem Einzug in die Runde der besten Acht auf Rasen realistischer geworden. "Das Allerwichtigste ist es, verletzungsfrei und gesundbleiben. Dann möchte ich mich Schritt für Schritt nach oben arbeiten." Was ihr im Vergleich zu Top-Ten-Niveau noch fehlt? "Ich glaube, das ist ein Prozess. Man braucht wieder konstant solche Matches gegen Topspieler." Arbeiten muss sie sicher noch am Aufschlag, vor allem am zweiten.

In Österreich nur in Linz zu bewundern
Den Respekt, den sie nach der langen erfolglosen Zeit noch vor einigen Wochen vor großen Plätzen hatte, ist verschwunden. "Es war alles neu nach so vielen Jahren. Jetzt komme ich wieder in die Routine rein", erklärte Paszek. Die österreichischen Fans werden sie bestenfalls im Herbst in Linz live bewundern können. Bad Gastein lässt sie aus. "Das wird sehr wahrscheinlich zu stressig werden, auch weil ich zuletzt viele Matches hatte."

Ihr Körper brauche jetzt ein, zwei Wochen Turnierpause. Danach geht es weiter nach Nordamerika, wo sie für Washington, San Diego, Toronto, Cincinnati, natürlich die US Open und Quebec, wo sie Titelverteidigerin ist, genannt hat. "Ich habe vor, wenn alles passt und ich gesund bin, dass ich in Linz dabei bin", gab sie heimischen Fans Hoffnung. Ihr Vater Ariff Mohamed ist auch ihr Coach. "Das ist das Schöne, dass ich 20 bin, in einem Viertelfinale von einem Grand Slam gestanden bin und das allein mit meinem Dad." Daran soll sich nichts Wesentliches ändern. "Für die Zukunft werde ich mir einen Schlagpartner oder einen Trainer für acht bis zwölf Wochen im Jahr nehmen, aber da lasse ich mir Zeit, es soll der Richtige sein."

Auch wieder Zeit für Freund Georg Margreitter
Sie brauche niemanden, der ihr rund um die Uhr zur Verfügung stehe. "Ich bin sehr selbstständig, kann mich sehr gut pushen", meint Paszek selbstbewusst. Am Mittwoch wollte sie in London noch ein paar Freunde besuchen, am Donnerstag fliegt sie nach Hause, auch um ihre Verkühlung auszukurieren. Dann kann sie wohl auch wieder ihren Freund, den Austria-Wien-Fußballer Georg Margreitter, der aus der Ferne mitgezittert hat, sehen. "Er ist auf Trainingslager, aber er hat meine Matches im Fernsehen verfolgt." In Birmingham und Eastbourne verbrachte ihr Herzblatt aber zwei Wochen mit ihr.

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