02.05.2022 06:00 |

Trailrunning

„Wichtig ist, dass wir uns in der Natur bewegen“

Der Tiroler Tourismus nascht mit vielen Veranstaltungen kräftig am ungebrochenen Trailrunning-Boom mit. Berglauf-Legende Markus Kröll will viele Menschen für eine sportliche Betätigung begeistern.

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Trailrunning boomt ohne Ende. Wettkämpfe schießen wie Pilze aus dem Boden, Top-Leute können als Profis dicke Gagen kassieren, die Sportartikelindustrie generiert immer höhere Millionen-Umsätze.

Auch Tirol nascht kräftig am neuen Trend mit. Da ist das Alpine Trailrun Festival in Innsbruck (5. bis 7. Mai) mit 3500 Sportlern aus knapp 60 Nationen schon die drittgrößte Veranstaltung im deutschsprachigen Raum, dort buhlt praktisch jede heimische Tourismus-Hochburg mit einem Großevent um Gäste. Österreichs Berglauf-Legende Markus Kröll hat das alles schon vor mehr als 20 Jahren vorausgesagt. Und wurde dafür von einem Hersteller ausgelacht. Weil es damals nur Straßen-Laufschuhe gab, schlug er ein Modell mit grobem Profil und besserem Obermaterial vor. Sie haben ihm erklärt: „Krölli, im Gelände läuft kein Mensch, und den Berg hinauf sowieso keiner.“

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Wenn man den ganzen Tag im Büro sitzt, macht das Laufen in der Stadt wenig Spaß.

Berglauf-Legende Markus Kröll

Dabei ist die Faszination für das Laufen auf Wald-, Wiesen- und Schotterrouten schnell erklärt: „Wenn man den ganzen Tag im Büro sitzt, macht das Laufen in der Stadt wenig Spaß.“ Heute ist der 50-Jährige ein gefragter Mann in der Szene. Als Galionsfigur von Mayrhofen Ultraks, als Experte bei einem führenden Hersteller, als Guide bei Lauf-Workshops.

Eine Lüftlmalerei auf einer Zillertaler Hütte in Peking
Kröll bleibt trotz der Goldrausch-Stimmung bodenständig, übt in Mayrhofen nach wie vor seinen Brotberuf als Restaurator aus: „Ich möchte unabhängig sein.“ Und er kann auch in diesem Job nicht über Nachfrage klagen. Ein Höhepunkt war zuletzt die Lüftlmalerei an einer Zillertaler Skihütte in Peking für Olympische Winterspiele. Dem ganzen Marketing-Hype mit immer neueren Namen und Formaten kann der im Bergsteiger-Dorf Ginzling aufgewachsene Familien-Vater übrigens nicht viel abgewinnen: „Auf gut Deutsch gesagt sind wir doch alle Geländeläufer.“ Für den früheren Berglauf-Vizeweltmeister, der bei allen deutschsprachigen Rennen auf das Podest kletterte, geht es vor allem um den Kern der Sache: „Wichtig ist, dass wir uns in der Natur bewegen.“

Der Zillertaler hofft, dass er bald mit seinem eigenen Trail viele Menschen für eine sportliche Betätigung begeistern kann. Ein Geschenk gab es für ihn vom Tourismusverband Mayrhofen-Hippach zum 50er im März. „Natürlich bin ich sehr stolz, nach über 35 Jahren Laufsport einen Trail zu bekommen, der meinen Namen trägt.“ Bei der Umsetzung des Projekts verzichtet der hartgesottene Lauf-Abenteurer deswegen ganz bewusst auf extreme Herausforderungen: „Es wird eine Strecke mit rund 800 Höhenmetern und 15 Kilometern. Es geht mir darum, dass sich die Leute im Gelände ausprobieren können. Dass sie Lust kriegen, sich mehr in der Natur zu bewegen.“

Die wichtigsten Termine in Tirol

  • Innsbruck Alpine: Zum siebten Mal läutet das Trailrun Festival in der Landeshauptstadt (5. bis 7. Mai) die heimische Saison ein. Rund 3500 Sportler aus 60 Nationen werden dabei Strecken zwischen sieben und 110 Kilometer in Angriff nehmen.
  • Koasamarsch: Bei der 52. Auflage am 18. Juni schwärmen in Ebbs die Teilnehmer auf Trailrun-Distanzen und vier Wanderungen in das Kaisergebirge und das Kaisertal aus.
  • Stubai Ultra: Von Innsbruck geht es bis hinauf zum Stubaier Gletscher. Wem das eine Nummer zu groß ist, kann bei der fünften Auflage (2. Juli) aus drei kürzeren Varianten wählen.
  • Silvrettarun 3000: Ein außergewöhnlicher Bergmarathon in der traumhaften Landschaft des Paznauns (15./17. Juli) ruft zum zehnten Mal. Laufbegeisterte finden je nach Kondition vier verschiedene Strecken vor.
  • Ultra-Trail KAT100: Die Kitzbüheler Alpen spielen ganz an der Spitze mit. Der 100 Meilen lange Ultra-Trail ist der längste Lauf dieser Art in ganz Österreichs, sechs weitere Strecken stehen dann auch in Fieberbrunn vom 4. bis 6. August zur Auswahl.
  • Pitztal Alpine: Wer hoch hinaus will, ist hier (5. bis 7. August) goldrichtig. Die Königsdistanz führt die Teilnehmer über eine Strecke von 105 Kilometern - und das auf Tirols höchstem Gletscher! Der höchste Punkt ist die Mittagskogel-Scharte (3070 m).
  • Steinbockmarsch: Der „Klassiker unter den Alpinmärschen“ feiert in Ginzling am 20. August die 54. Auflage. Die Zillertaler Veranstalter bieten auch eine Trailrun-Variante an.
  • Karwendelmarsch: Die legendäre Wandertour zwischen Scharnitz und Pertisau begeistert Langstreckenwanderer, Nordic Walker, Läuferinnen. Die Startplätze für den 27. August sind schon alle vergriffen.
  • Mayrhofen Ultraks: Das Zillertal mit seinen Dreitausendern ist vom 7. bis 8. September zum vierten Mal die imposante Bühne. Die neue Hammer-Strecke führt über 100 km und 8800 hm, höchster Punkt ist dabei das Schönbichler Horn (3123 m).
  • Tour de Tirol: Das dreitägige Rennen in Söll (7. bis 9. Oktober) lockt mit einem weltweit einzigartigen Format. Auf drei Etappen gilt es 75 Kilometer und 3500 Höhenmeter in der atemberaubenden Landschaft des Wilden Kaisers zu meistern.
Norbert Niederacher
Norbert Niederacher
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