06.02.2022 13:38 |

Zweiter Streich

SILBER! Fettner springt zur Olympia-Medaille

Was war das für ein sensationeller zweiter Sprung von Manuel Fettner zu Silber! Mit der Höchstweite über 104 Metern übernahm der 36-jährige Tiroler im Finale auf der olympischen Normalschanze von Peking die Führung - und die hielt lange! Nur der Japaner Ryoyu Kobayashi war am Ende noch besser. Für den ÖSV war es bereits die zweite Medaille in Peking nach der Bronzenen von Teresa Stadlober im Skiathlon.

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Im Herbst seiner Karriere hat Manuel Fettner den Höhepunkt erreicht. Der 36-Jährige eroberte am Sonntag im Skisprung-Olympia-Bewerb von der Normalschanze in Zhangjiakou die Silbermedaille. Nach starken Leistungen im Training flog der Tiroler nach 102,5 m mit dem besten Finalsprung (104 m) vom fünften Rang zu seinem ersten Einzel-Edelmetall. Der Japaner Ryoyu Kobayashi eroberte mit 4,2 Punkten Vorsprung Gold, Dritter wurde Ex-Weltmeister Dawid Kubacki.

Fettner holte das erste Olympia-Edelmetall von der kleineren Schanze seit dem Bronze von Gregor Schlierenzauer 2010. In China nutzte er bei leicht wechselnden Bedingungen, die große Auswirkungen zeigten, seine Sprungkraft voll aus. In mehr als 20 Jahren im Weltcup erst dreimal als Dritter auf dem Podest, krönte der Team-Weltmeister von 2013 seine Karriere fernab der Heimat mit einer Olympia-Medaille. 

„Unglaublich geil“
Fettner in einer ersten Reaktion im Gespräch mit dem ORF: „Ich bin ehrlich gesagt ziemlich sprachlos und weiß nicht, wie ich ein Interview geben soll. Unglaublich geil. Jetzt ist es eine komplette Achterbahnfahrt. Beim Sprung war ich voll bei mir und im Prozess. Im zweiten Durchgang habe ich meinen besten Sprung zusammengebracht. Es bedeutet mir generell sehr viel, sonst hätte ich nicht weitergemacht. Es war ein sehr langer, aber ein sehr cooler Weg, mit vielen Downs, aber auch Ups. Aber ich habe gemerkt, dass ich immer noch leistungsfähig bin.“

Bei der tollen Leistung Fettners verblassten die Leistungen seiner Kollegen. Ex-Weltmeister Stefan Kraft, nach dem Training zu den Favoriten gezählt, erwischte wie andere starke Springer, etwa Marius Lindvik, im ersten Durchgang nicht die besten Bedingungen. Er verbesserte sich aber im Finale auf den zehnten Rang (98/99,5), knapp hinter dem Norweger (7.). Kraft und Fettner treten am Montag gemeinsam mit Daniela Iraschko-Stolz und Lisa Eder im Mixed-Teambewerb an. Für Daniel Huber (96/101,5) und Jan Hörl (98/97) blieben die Plätze 13 und 19.

„Wir haben eine Riesenfreude“
Auch Kraft, der als Zehnter der zweitbeste ÖSV-Springer war, jubelte mit Fettner, grinste: „Wir haben eine Riesenfreude, ich freu mich fast mehr, wie wenn ich sie selber gewonnen hätte. Der alte Hund, unglaublich. Ich war sehr nervös bei ihm. Ich bin weggefahren und nach fünf Metern hatte ich einen kleinen Krampf, dann war ich zu spät. Der zweite Sprung war okay, da war ich wieder in den Top-5. Es war ein solider Wettkampf, für eine Medaille muss eben alles passen. Es tut unserem Team sehr gut, wir haben ein gutes Klima.“

Fettner nahm nach dem ersten Durchgang in Zhangjiakou als bestplatzierter Österreicher noch den fünften Rang ein. Nach einem Sprung auf 102,5 m hatte der 36-jährige Tiroler allerdings nur 1,8 Punkte Rückstand auf den Bronze-Rang, den 2014-Olympiasieger Kamil Stoch (POL) eingenommen hatte. Ex-Weltmeister Kraft musste sich indes mit 98 Metern begnügen und war 14. Der Japaner Ryoyu Kobayashi (104,5) lag mit 6,2 Punkten Vorsprung auf Goldkurs. 

Hier das Ergebnis:

Kraft erwischte wie auch Mitfavorit Marius Lindvik (NOR/17.) beim ersten Sprung eine Phase mit ungünstigeren Windbedingungen, 7,1 Punkte trennten den Salzburger vorerst von Edelmetall. Kobayashi ließ sich hingegen von den Verhältnissen nicht bremsen und flog zur klaren Führung vor dem Slowenen Peter Prevc (103 m). Jan Hörl (98,0) war unmittelbar hinter Kraft 15., Daniel Huber klassierte sich an der 19. Stelle (96 m).

Manuel Fettner, der sein Olympia-Ticket erst kurz vor den Spielen gelöst hatte, sagte zu seinem ersten Sprung: „Wieder ein sehr guter Sprung, er war nicht perfekt, aber ich bin zufrieden. Ich glaube, es ist ganz gut - es ist alles knapp zusammen. Ich werde einfach einen Sprung machen und dann werden wir sehen.“

krone Sport
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