06.01.2022 12:00 |

NEOS-Vorschlag

Öffi-Ticket anstatt Führerschein für Pensionisten

Die Fahrtauglichkeit auf Tirols Straßen im höheren Alter ist ein sehr emotional behaftetes Thema und sorgt stets für Diskussionen - vor allem, wenn Pensionisten in Verkehrsunfälle verwickelt sind. Die Tiroler NEOS wollen nun Anreize zum freiwilligen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel für ältere Verkehrsteilnehmer schaffen.

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Vor wenigen Monaten krachte im Gemeindegebiet von Hochfilzen ein Einheimischer im Alter von 88 Jahren mit seinem Motorrad gegen einen Pkw, er kam zu Sturz und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. In Buch in Tirol übersah hingegen ein Pkw-Lenker – ein 68-jähriger Pensionist – bei einer Kreuzung die rote Ampel und krachte gegen den Wagen einer 27-Jährigen. Die Frau erlitt dabei erhebliche Verletzungen. Das sind zwei Unfall-Beispiele in Tirol, die ältere Verkehrsteilnehmer verursacht haben. Keine Einzelfälle – die Liste ließe sich verlängern.

Für Pensionisten ab 65 Jahren mit Wohnsitz in Tirol
Ein heikles Thema, das auch die Tiroler NEOS so sehen. „Statt ältere Verkehrsteilnehmer von vornherein zu verurteilen, sollten wir ihr Mobilitäts-Bedürfnis anerkennen und ein Angebot schaffen und diesem entsprechen“, sagt LA Andreas Leitgeb. Sein Lösungsvorschlag: „In Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Tirol soll ein Projekt initiiert werden, das es Pensionisten ab 65 Jahren mit Wohnsitz in Tirol ermöglicht, ihren Führerschein freiwillig abzugeben. Im Gegenzug dafür erhalten sie dauerhaft um die Hälfte vergünstigte Jahrestickets.“

Ticket soll auch für Anruf-Sammeltaxis gelten
Da in den Talschaften die Angebote von öffentlichen Verkehrsmitteln teils ungünstig seien, soll ein entsprechendes Ticket auch für Anruf-Sammeltaxis gelten.

Antrag im Tiroler Landtag bereits eingereicht
Die Möglichkeit eines solchen Tauschhandels könne Grund genug sein, die eigene Fahrtauglichkeit zu reflektieren. „Denen, die sich nicht mehr in der Lage sehen, ein Fahrzeug zu steuern, oder sich am Lenkrad unsicher fühlen, könnte auf diese Art und Weise ausreichend flexible Mobilität gewährleistet werden“, schildert der pinke Politiker. Ein entsprechender Antrag wurde im November des Vorjahres im Landtag eingereicht.

Städte in Deutschland dienen als Vorbilder
Diese Idee der NEOS ist nicht neu. Seit rund 20 Jahren setzt man zum Beispiel in manchen deutschen Städten sowie auch hierzulande in einzelnen Kommunen derartige Anreize, um Pensionisten den Umstieg vom Privatfahrzeug auf die Öffis zu erleichtern.

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