Do, 20. September 2018

Missbrauchsfall

28.04.2011 22:26

Peiniger von Jaycee Dugard bekennt sich schuldig

Der mutmaßliche Entführer der Amerikanerin Jaycee Lee Dugard hat sich schuldig bekannt, sein Opfer 18 Jahre lang gefangen gehalten und missbraucht zu haben. Das Strafmaß soll am 2. Juni verkündet werden, berichtete der "San Francisco Chronicle". Ohne das Schuldbekenntnis wäre es zu einem Prozess gekommen, in dem die heute 30 Jahre alte Dugard gegen ihren Peiniger hätte aussagen müssen.

Der 59-jährige Phillip G. hatte 1991 zusammen mit seiner Frau Nancy (55) das damals elfjährige Mädchen Jaycee in Kalifornien entführt und 18 Jahre lang im Hinterhof seines Hauses versteckt gehalten. Auch Nancy G. bekannte sich am Donnerstag vor dem Gericht in Placerville schuldig. Ihr drohen mindestens 36 Jahre Haft. Es sei "sehr unwahrscheinlich", dass sie vor ihrem Tod aus dem Gefängnis freikomme, sagte Staatsanwalt Vern Pierson.

Mit Opfer zwei Kinder gezeugt
Nancy G. gestand den Ermittlern, sie habe gewusst, dass ihr Mann Jaycee über Jahre hinweg sexuell missbraucht und mit ihr zwei Kinder gezeugt habe. Sie selbst habe bei der Entbindung von Dugards Töchtern geholfen.

Dugard und ihre beiden Töchter waren im August 2009 in einem Vorort der Stadt Antioch entdeckt worden. Das Ehepaar hatte die Entführte und später auch die beiden Mädchen notdürftig in einem Zelt in seinem Garten untergebracht. "Ich bin erleichtert, dass Phillip und Nancy Garrido endlich ihre Schuld zugegeben und ihre Verbrechen gegen mich und meine Familie gestanden haben", ließ Dugard nun durch ihre Sprecherin mitteilen.

Gravierende Ermittlungspannen
Im vergangenen Jahr gab die kalifornische Justiz schwere Fehler bei den Ermittlungen zu. Beamte hatten bei ihrer Überprüfung des vorbestraften Sexualverbrechers Garrido auch mit Dugard und der älteren Tochter gesprochen. Sie schöpften aber keinen Verdacht und versäumten es, der Identität der jungen Mutter und ihrer beiden Kinder sowie der Beziehung zu Garrido nachzugehen.

Der Bundesstaat sprach Dugard 2010 eine Entschädigung in Höhe von 20 Millionen Dollar zu. Laut Medienberichten lebt die Frau nun mit ihren Töchtern bei ihrer Mutter in Nordkalifornien und schreibt ihre Memoiren.

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