13.12.2021 09:00 |

Millionen-Verluste

Kastner-Boss: „Unsere Lage war sehr ernst“

Nach dem Lockdown hoffen die steirischen Unternehmer auf das mit großer Verspätung startende Weihnachtsgeschäft. Auch das Traditionshaus Kastner & Öhler in Graz blickt auf äußerst schwierige Zeiten zurück.

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Am Montag fahren die Rollläden im steirischen Hande (endlich)l wieder hoch. Nach dem vierten (!) Corona-bedingten Lockdown versucht man in elf Tagen das vom Weihnachtsfest zu retten, was noch irgendwie zu retten ist.

„Speziell in der Modebranche ist der Rückstand nicht mehr aufzuholen. Den Überhang im Lager kann man nur mit einem Ausverkauf abbauen, und das ist nicht gewinnbringend“, stellt Martin Wäg klar. Das Stammhaus von Kastner & Öhler in der Grazer Sackstraße und die weiteren 34 Standorte (inklusive Gigasport) wird der Geschäftsmann dennoch öffnen.

Eine Tatsache, die alles andere als selbstverständlich ist. Denn auch das steirische Traditionskaufhaus erlebte durch die Corona-Krise eine der größten Prüfungen seiner langen Geschichte. „Die Lage ist sehr ernst gewesen - und das mehrfach“, gibt das Vorstandsmitglied und Ur-Ur-Enkel von Gründer Carl Kastner zu. Allein der jüngste dreiwöchige Lockdown hat dem Unternehmen ein kräftiges Umsatzminus in zweistelliger Millionenhöhe beschert.

Kredite halfen über die Runden
„Die Kurzarbeit ist ein Instrument, das schnell und gut wirkt - alle anderen Beihilfen können aber nie das ersetzen, was durch das Zusperren vernichtet wurde“, sagt Wäg. Er macht auch kein Hehl daraus, dass im Vorjahr Überbrückungskredite dabei halfen, den Schiffbruch zu vermeiden. „Man versucht natürlich an allen Zahlungen zu drehen. Das Online-Geschäft hat sich dazu zum Glück besser entwickelt als erwartet, macht mittlerweile 20 Prozent des Umsatzes aus. Speziell im Sport lief das Geschäft auch noch besser als erwartet. Aber immer, wenn man wieder stabil dagestanden ist, kam der nächste Lockdown.“

Einstieg eines Investors ist kein Thema
Hartnäckig halten sich deshalb auch Gerüchte, dass man Investoren ins Boot holen möchte. Doch für Wäg ist das kein Thema. „Dieses Thema begleitet mich seit Beginn meiner mittlerweile 25-jährigen Vorstandsära. Aber wir waren immer ein Familienunternehmen und werden auch künftig eines bleiben.“

Auch zum Thema Impfen hat der Kastner-Chef eine klare Meinung: „Wir vertrauen der Wissenschaft. Nicht-Impfen bringt Menschen ins Spital, und das treibt uns in den nächsten Lockdown. Deshalb wünsche ich mir natürlich, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen.“

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