03.12.2021 06:00 |

Als „Wellenbrecher“

Es braucht eine Million Impfungen pro Woche

Große Sorge um die Erstimpfungen: Die drohende Impfpflicht könnte einen Schub bringen, hoffen Experten und Politiker.

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Die Impfpflicht bleibt abseits von innenpolitischen Personalrochaden das zentrale Thema. Das Virus ist resistenter als Amtsträger. Corona und die Impfpflicht. Österreich ist Vorreiter in der EU. Man blickt interessiert auf die Alpenrepublik. Erwägt Nachahmung. In einigen Tagen, im Idealfall zu Nikolo am 6. Dezember, soll ein Gesetzesentwurf vorliegen, der vier Wochen lang in Begutachtung sein soll. Ehe er von Parlament und Bundesrat abgesegnet wird.

„Die Impfpflicht ist derweil nur eine Drohkulisse“
Am Donnerstag gab es einen weiteren runden Tisch zum Impfpflicht-Gesetz. Regierung mit Interessensvertretern. Die große aktuelle Frage aber lautet: Was passiert jetzt? Viele Wochen werden vergehen, bis das Gesetz Wirkung zeigt, Monate bis zu Sanktionen via Verwaltungsstrafen. Die Quote der Erstimpfungen stagniert. Wie kann man das ändern? Das Momentum-Institut hat berechnet, dass man ab Ende Dezember wöchentlich rund eine Million Menschen impfen müsse, um die vierte Welle zu brechen. „Zurzeit liegen wir bei etwa 700.000 pro Woche.“ Auch das Boostern benötige Zeit, ehe es seine gewünschte Wirkung entfalte. „Die Impfpflicht ist derweil nur eine Drohkulisse. Es gibt verdammt viele Stiche, die wir jetzt brauchen“, sagt ein Experte von Momentum.

Blaue Uneinigkeit als mögliche Impf-Hilfe
„Ich sehe die Antiimpfallianz der FPÖ etwas bröckeln, das alleine könnte dazu führen, dass sich aus diesem Bereich Leute dazu hinreißen lassen, sich impfen zu lassen“, glaubt Virologe Norbert Nowotny. Er verweist auf die jüngsten Debatten innerhalb der Blauen.

OÖ-Vizelandeshauptmann Manfred Haimbuchner hält die Impfung ebenso sinnvoll wie Urgestein Andreas Mölzer, der sogar für die Impfpflicht plädiert, so die Wissenschaft das für notwendig erachte. „Es gibt Impflotterien wie in Salzburg. Dann die Parameter 2G, Lockdown und die Ankündigung für die Impfpflicht für alle. Das ist leichter Druck. Ich könnte mir vorstellen, das alles in Kombination einen Durchbruch bringen könnte.“

Nowotny bringt das Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate. Dort seien alle durchgeimpft. „Es gibt quasi keine Fälle mehr.“ Wenn die Impfkampagnen in Österreich wieder nicht funktionieren, dann brauche es wieder die Notbremse.

Nowotny: „Wir sind ja jetzt Vorreiter. Deutschland hat sich stark in die Richtung bewegt. Nun auch die EU. Vielleicht bewegt das Ungeimpfte zum Umdenken.“ Das Momentum-Institut hält fest: Bei über drei Viertel der jüngsten Impfungen handelt es sich um Drittstiche. Das Impftempo bei den Erst- und Zweitstichen schlief zuletzt wieder etwas ein. Für einen Sieg bedürfe es 95 Prozent der impfbaren Bevölkerung ab 5 Jahren. Das dürfte noch länger dauern.

Erich Vogl
Erich Vogl
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