28.11.2021 17:00 |

Gedenken Sternenkinder

Der Weihnachtsbaum der vielen Erinnerungen

Kaum begann ihr Leben, ist es schon wieder zu Ende. Ein Weihnachtsbaum im Stadtpark von Kufstein in Tirol erinnert mit Sternen, auf denen die Namen verstorbener Kinder stehen, an sie.

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Es gibt Dinge, über die man nicht gerne sprechen will oder sprechen kann. Dazu gehört, dass nicht jede Schwangerschaft mit der Geburt eines gesunden Kindes endet, sondern dass ein Kind, welches man Monate lang im eigenen Körper wachsen gespürt hat, welches ohne, dass man es noch real sah, schon zu einem Teil des Ich wurde, tot geboren wird.

Externe Hilfe für Betroffene
Bei vielen Betroffenen kommt auch Jahre später die Erinnerung an dieses traumatische, tragische Erlebnis wieder hoch. Und scheinbar machen viele Frauen auch heute noch das Geschehene vor allem mit sich selbst aus. Nicht-Betroffene sind unsicher, ihnen fehlen die Worte. Sie wissen nicht, wie sie mit dem, was eigentlich nicht sein darf, umgehen sollen; welche Worte und welchen Trost sie der Mutter, den Eltern aussprechen sollen. Aber glücklicherweise gibt es hierfür Selbsthilfegruppen, wie die „Trauergruppe verwaister Eltern“ beim „ZOI (Leben) Kufstein“.

Der Tod bleibt immer präsent
Geleitet wird diese von der Lebens- und Sozialberaterin Monika Osl, welche selbst betroffene Mama ist. Ihr zur Seite steht Psychotherapeutin Notburga Egerdacher-Anker. Die psychotherapeutische Begleitung in dieser Ausnahmesituation erfordert viel Fingerspitzengefühl und fachliche Kompetenz. Wobei der regelmäßige, gegenseitige Austausch von Erfahrungen immens wichtig ist. Marie war ein Wunschkind. Aber Marie, die erste Tochter von Christina Manzl, wurde tot geboren. „Ihr Todestag jährt sich in diesen Tagen zum zweiten Mal“, sagt die hübsche junge Frau mit den traurigen Augen mit leiser Stimme.

Die gebürtige Kufsteinerin Christina Manzl ist Ideengeberin für ein herzerwärmendes, weihnachtliches Projekt, welches vergangenen Donnerstag in der Festungsstadt zur Realität wurde. Der Weihnachtsbaum der Erinnerung wurde zum sichtbaren Zeichen für jene Menschen, deren Leben schon ein Ende fand, bevor es eigentlich begann.

Die Sterne der Erinnerung
„Die Idee war, einen Weihnachtsbaum an einem stark frequentierten Ort aufzustellen, damit Passanten die ihnen zur Verfügung gestellten Sterne mit Namen verzieren und auf diesen Baum hängen können“, sagt Christina Manzl. Und diese großartige Aktion gefällt. Innerhalb weniger Tage schmücken schon über hundert Sterne den Weihnachtsbaum der Erinnerung an all die viel zu früh verstorbenen Kinder.

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