Besser schlafen

Wirkungsvolle Strategien gegen Albträume

Viele Menschen, vor allem Kinder, leiden unter immer wiederkehrenden schlechten Träumen. Für die Betroffenen ist dies mitunter sehr belastend. Lesen Sie hier, was man gegen das nächtliche Gruselkino im Kopf tun kann. 

Nahezu jeder von uns ist schon einmal schweißgebadet aus dem Schlaf geschreckt, die starken negativen Emotionen und schrecklichen Bilder - obwohl nicht real - waren beinahe greifbar. Obwohl Albträume weit verbreitet sind, wird ihre Wirkung auf die Psyche oft unterschätzt. Besonders vor dem zehnten Lebensjahr treten sie vermehrt auf, lassen dann im Alter meist nach. Bei manchen Menschen führen die nächtlichen Gruseltrips jedoch zu einer starken Belastung bis hin zu chronischen Schlafstörungen.

Stress begünstigt schlechte Träume
Warum die einen häufiger von schrecklichen „Erlebnissen“ im Schlaf gequält werden als die anderen, dürfte einer genetischen Veranlagung, geringer emotionaler Belastbarkeit, meist kombiniert mit übermäßigem Stress im Alltag, geschuldet sein. Wer einmal pro Woche oder häufiger schlecht träumt und unter erheblichem Leidensdruck steht, sollte sich professionelle Hilfe holen. Bei der Albtraumbehandlung kommt oft die sog. Imagery Rehearsal Therapy (kurz IRT) zum Einsatz. Dabei beschäftigen sich Patienten mit ihrem Traum, indem sie ihn aufschreiben, aufzeichnen, gedanklich nachspielen oder anderen davon erzählen. Dann lernen sie, den Ablauf bewusst so zu ändern, dass die Handlung ihren Schrecken verliert. Wie dies gelingt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Das Drehbuch im Kopf umschreiben
Einem hilft z. B. die Vorstellung, dass er Unterstützung (durch eine Person, ein Tier) erhält oder einen nützlichen Genstand (wie Taschenlampe, Seil, Stock) mitführt. Der andere malt sich aus, dass die Riesenspinne oder das Schreckgespenst eine rote Nase hat, sich die grauslichen Maden in schöne Schmetterlinge verwandeln etc. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Es sollte jedoch kein Gefühl des Gruselns oder der Ohnmacht zurückbleiben, sonst müsse man seine „Strategie“ ändern. Wichtig: selbst aktiv werden, statt sich zu verstecken oder zu fliehen. Den Albtraum über mehrere Wochen täglich als „Trockentraining“ mit dem neuen Drehbuch durchspielen. Das Gehirn lernt so ein alternatives Verhaltensmuster, das später auch im Schlaf funktioniert.

Interview auf krone.tv

22. 11. „GesunderSchlaf“ - 17.00, 19.25 Uhr und am 23. 11. um 7.15 Uhr und 12.15 Uhr. Psychotherapeutin Dr. Brigitte Holzinger beantwortet im Interview mit Moderatorin Raphaela Scharf Fragen zum Thema.

Von
Regina Modl
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Freitag, 03. Dezember 2021
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