16.11.2021 08:00 |

Prozess fortgesetzt

Stimmvergleich zu Telefonaten um „kitzVenture“

Es bleibt spannend: Im Betrugsprozess gegen zwei Verantwortliche der Investmentfirma kitzVenture drehte sich am Montag vieles um Werbeeinschaltungen von rund 660.000 Euro bei Medien, die großteils kein Geld sahen. Geschäftsführer Patrick Landrock bestreitet, der Anrufer gewesen zu sein. Ein Stimmvergleich musste her.

Der Reihe nach rief Richter Andreas Mair die Anzeigenverkäufer in den Zeugenstand. Wie berichtet, beruft sich Landrock darauf, dass es (ausgenommen 12.000 Euro) gar nicht er war, der die Inseratenkampagnen und TV-Spots in Auftrag gegeben hatte. Vielmehr müsste die teure Werbung (z. B. im ORF kurz vor dem Start des Hahnenkamm-Rennens) von Unbekannten zwecks Schädigung von kitzVenture inszeniert worden sein. Zu Prozessbeginn hatte Landrock präzisiert, dass die Aufträge aus dem Umfeld eines Ex-Geschäftspartners stammen könnten, mit dem er sich zerstritt.

Landrock und Goldberg
Die Anzeigenverkäufer bestätigten beim fortgesetzten Prozess, von einem Herrn Landrock bzw. dessen Kompagnon Goldberg kontaktiert worden zu sein und mit ihnen im E-Mail-Verkehr gestanden zu haben. In keinem Fall sei es aber zu einem persönlichen Treffen gekommen. Beim Prozessauftakt hatte der Richter Landrock vorgehalten, dass er und „Goldberg“ womöglich dieselbe Person seien. „Die Handynummern der beiden sind ja identisch“, sah der Richter ein Indiz.

Keine Erinnerung mehr an Stimme
Mehrfach gab Landrock gegenüber den Zeugen eine Stimmprobe ab („Habe ich mit Ihnen telefoniert?“). Auch, weil die Telefonate auf 2016 zurückgehen, konnte aber niemand sagen, ob Landrock und „Goldberg“ idente Stimmen hatten und in Wahrheit eine Person waren. Nun wird ein Schriftsachverständiger beauftragt, der die Echtheit von Landrocks Unterschrift unter Aufträgen prüfen soll und ob „Goldberg“ nur ein Pseudonym zur Tarnung war.

Anleger als Zeugen
Indessen sagten zwei von 79 kitzVenture-Anlegern aus, die für 9,75% Zinsen Risikokapital bereitgestellt hatten. „Ich habe meine 5000 Euro mit Zinsen zurück erhalten“, betonte ein Zeuge. Zuvor seien Auszahlungen aber überfällig gewesen und der VKI habe den Rat erteilt, die Polizei zu alarmierten. Bezüglich Investments ist ein Schaden von rund 176.000 Euro angeklagt.

Landrock war einst in Deutschland zu vier Jahren Haft (Betrug) verurteilt worden. Er gibt sich geläutert und zu seinem Engagement in Kitzbühel betonte er erneut: „Niemals kamen wir her, um etwas Negatives zu machen.“

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