12.11.2021 11:06 |

Verbessert Überleben

Gerinnungshemmer verkürzt Covid-Infektionsdauer

Die Verabreichung von Blutgerinnungshemmern verkürzt die Dauer einer Covid-Infektion und verbessert das Überleben der Erkrankten. Bei Patienten, die niedermolekulares Heparin bekommen, ist die Infektionszeit im Schnitt um vier Tage kürzer, berichtete David Pereyra von der Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie der MedUni/AKH Wien am Freitag aus einer eigenen Studie.

„Wir waren überrascht zu sehen, dass niedermolekulares Heparin möglicherweise einen direkten Effekt auf das Coronavirus und dessen Infektiosität hat“, erläuterte Pereyra, der Erstautor der Studie ist, die im Fachblatt „Cardiovascular Research“ veröffentlicht wurde. Die Daten würden zeigen, dass Heparin die Bindungsfähigkeit des Erregers SARS-CoV-2 (Bild unten) an Zellen und dadurch deren Infektion verhindern kann.

Gerinnungsprobleme und daraus resultierende Komplikationen kommen bei Covid-19-Patienten häufig vor, erklärten die Forscher. Die Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko für Thrombosen und Embolien, wie zum Beispiel Schlaganfälle, Lungen- oder Herzinfarkte, aber auch tiefe Beinvenenthrombosen. Eine Therapie mit Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen, ist seit Juli 2020 Teil der Leitlinien für Covid-19. Die zugrundeliegende Gerinnungserkrankung namens Coagulopathie ist bis heute nicht vollständig erforscht.

„Die bei Covid-19-Patientinnen und -Patienten beobachtete Coagulopathie ist neuartig und unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von bisher bekannten Gerinnungsproblemen“, betonte Alice Assinger vom Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung der MedUni. In einer multizentrischen Analyse in Wien, Linz und Innsbruck wurde beobachtet, dass die mit Covid-19 assoziierte Coagulopathie nahezu ausschließlich bei Patienten auftritt, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen oder an den Folgen von Covid-19 versterben.

Gerinnungsmittel verbessert das Überleben
Zwar verbessern blutgerinnungshemmende Medikamente laut MedUni das Überleben von an Covid-19 erkrankten Patienten. Sie zeigen aber keinen Effekt auf immunologische Prozesse, die mit der Blutgerinnung zusammenhängen (Immunthrombose), wurde betont.

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