08.11.2021 11:23 |

3G bis „Alles gurgelt“

Pandemie prägt Suche nach dem „Wort des Jahres“

3G, Chatprotokolle, Impfdurchbruch und Schattenkanzler - die Corona-Pandemie und die Chat-Affäre prägen die diesjährige Suche nach dem „Wort des Jahres“. Auch bei der Wahl des „Unwortes des Jahres“ - vorgeschlagen sind u.a. „Erinnerungslücken“, „Herdenimmunität“ und „Impfskeptiker“ - und des „Spruchs des Jahres“ dominieren diese Themenkomplexe. Abgestimmt werden kann online bis 29. November.

Wörter, die den Österreichern seit Ende vergangenen Jahres positiv oder negativ aufgefallen sind, konnten zuvor an die Jury geschickt werden. 2020 setzte sich beim „Wort des Jahres“ der „Babyelefant“ gegen „Corona“ durch, beim rot-weiß-roten Unwort ließ „Corona-Party“ das „Social Distancing“ hinter sich.

„Wir haben kein Gewohnheitsunrecht“
Anwärter für das aktuelle „Wort des Jahres“ sind neben den bereits erwähnten: „Gewohnheitsunrecht“ (Irmgard Gries: „Wir haben zwar ein Gewohnheitsrecht, aber wir haben kein Gewohnheitsunrecht“), „Inseratenkorruption“, „Ninja-Pass“, „WKSta“ (Wirtschafts- und Korruptionsanwaltschaft) und „untadelige Person“. Letzterer Kandidat geht auf eine Forderung von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) zurück, wen die ÖVP als neuen Bundeskanzler anstelle von Sebastian Kurz nominieren müsse. Mit „Klimaticket“ hat sich zumindest ein Kandidat abseits der beiden Top-Themen eingeschmuggelt.

„Hilfe vor Ort“
Auch bei den „Unwort“-Kandidaten hat die Pandemie deutliche Spuren hinterlassen: „Impfapartheid“ („Kampfbegriff der extremen Rechten“, erläutert die Jury) und „Querdenker“ sind ebenfalls in der Liste zu finden. Weiters stehen zur Wahl: „Quotenweiber“ als abwertender Begriff für weibliche Führungskräfte und „zur Seite treten“, ein beschönigender Ausdruck von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Weiters kann man zum Unwort „Kaufhaus Österreich“, „Schuldvermutung“ und „Hilfe vor Ort“, ein Schlagwort von Innenminister Karl Nehammer, wählen.

„Eli, es ist vorbei!“
Neben „alles gurgelt“ stehen zwei politische Zitate für den „Spruch des Jahres“ zur Wahl: „Eli, es ist vorbei!“ - Ausspruch von Matthias Strolz an Tourismus- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) - und „Sie fragen sich in diesen Stunden vielleicht: Was ist denn jetzt schon wieder passiert“, Statement von Bundespräsident Alexander Van der Bellen zur Regierungskrise.

„Wer zahlt, schafft an! Ich liebe das!“
Bei den Kandidaten zum „Unspruch des Jahres“ wird aus den Chat-Protokollen zitiert: „Bitte. Kann ich ein Bundesland aufhetzen?“ (Sebastian Kurz an Thomas Schmid) und „Wer zahlt, schafft an! Ich liebe das!“ (Schmid an Kurz). Außerdem hat es eine Aussage von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) vor dem Ibiza-Ausschuss in die Wahlvorschläge geschafft: „Ich kann für mich ausschließen, dass ich mich erinnern kann, dass das ein Thema war“.

Abgestimmt werden kann online auf oewort.at bis 29. November (11 Uhr). Die Bekanntgabe erfolgt am 2. Dezember.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 04. Dezember 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)