04.11.2021 15:54 |

Noch keine Sättigung

Mückstein „besorgt“ wegen steigender Zahlen

Angesichts der derzeit steigenden Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen in Österreich, hat sich Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) „besorgt“ gezeigt und alarmierende Worte gewählt: „Die Lage ist ernst“, so der Minister. Es sei wichtig, jetzt zu handeln und „weitere effektive Maßnahmen“ zu setzen. Der Stufenplan gebe dafür klar die Richtung vor. Gleichzeitig warnte der bekannte Simulationsforscher Niki Popper vor weiter steigenden Zahlen, gab aber auch Grund zur Hoffnung.

Eine „Sättigung“ - also ein Abflachen der Kurve, weil durch durchgemachte Infektionen und Impfungen kaum mehr ansteckbare Menschen bleiben - sei vielleicht nicht weit weg, so Popper. Bitter sei aber die Erkenntnis, dass es jetzt wieder Maßnahmen brauche, die man sich aber bei rund zehn Prozent mehr Geimpften sparen könnte.

Flächendeckender Lockdown „undenkbar“
Trotz der 8593 Neuinfektionen vom Donnerstag ist ein flächendeckender Lockdown - also für Geimpfte und Ungeimpfte - für Popper aus vielen Gründen „undenkbar“. Bis wohin es bei der Zahl der Neuinfektionen gehen könnte, kann der Experte nicht sagen, weil es viele Faktoren gibt, die dabei eine gewichtige Rolle spielen, etwa die Durchimpfungsrate oder die Zahl der bisher mit dem Virus Infizierten. Dazu kämen als dritter Faktor nun wieder verstärkte Maßnahmen ins Spiel.

„Der Zug fährt jetzt“
Die derzeit in Aussicht gestellten Maßnahmen bezeichnete Popper als „nicht sehr stark“ - zumindest in den ersten Stufen des Stufenplans der Regierung. Außerdem kommen sie spät und werden erst mit Zeitverzug wirksam. Ob der Bund und die Länder hier nun wirklich etwas bei den Neuinfektionen bewirken können, sei schwer einzuschätzen. Die direkten Auswirkungen der neuen Maßnahmen auf die entscheidende Krankenhaussituation haben jedoch einen gehörigen Zeitverzug in Richtung Mitte Dezember. Popper: „Der Zug fährt jetzt.“

Infektionen senken, Überlastung verhindern
Mückstein bat indes als Gesundheitsminister „alle Menschen in Österreich ihren Beitrag zu leisten und nach Kräften mitzuhelfen. Halten Sie sich an die Maßnahmen, tragen Sie Maske, halten Sie Abstand und schützen Sie sich durch eine Impfung vor einer Corona-Infektion.“ Es gelte, die Infektionszahlen weiter zu senken und die Intensivstationen vor einer Überlastung zu bewahren.

Die aktuelle Entwicklung könnte den Stufenplan der Bundesregierung „überrollen“. An sich sollten mit kommendem Montag (8. November) Antigen-Selbsttests („Wohnzimmertests“) und Antikörpertests ihre Wirksamkeit im 3G-Bereich verlieren, zudem muss man dann geimpft oder genesen sein, wenn man die Nachtgastro und Großevents besuchen will.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 03. Dezember 2021
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)