Landesrätin erklärt:

„Ab 80 Prozent Impfquote keine Maßnahmen nötig!“

Es war ein Schock, als am Dienstag bekannt wurde, dass sich mit Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig Niederösterreichs oberste Gesundheitspolitikerin trotz Impfung mit dem Coronavirus infiziert hat. Im „Krone“-Interview verrät Sie, wie es ihr geht, und ab wann man wieder mit einem Leben ohne Maßnahmen rechnen darf.

Frau Landesrätin, die wichtigste Frage gleich vorneweg: Wie geht es Ihnen jetzt?
Mir geht es gut. Ich fühle mich zwar immer noch matt und müde, habe aber keine ärgeren Beschwerden. Ich messe regelmäßig den Sauerstoff-Gehalt in meinem Blut - der passt auch!

Wissen Sie inzwischen, wo Sie sich angesteckt haben?
Es gibt eine konkrete Vermutung. Ich war kurz bei einer Veranstaltung. Obwohl ich doppelt geimpft bin und vor Ort auch keine Hände geschüttelt habe, habe ich mich wohl über die Aerosole in dem Raum angesteckt.

Seit Montag sind Sie in Ihrem Wohnort in Amstetten in Quarantäne. Wie im gesamten Westen ist die Impfquote dort niedrig. Worauf führen Sie das zurück und wie lässt sich das verbessern?
Im Landessanitätsstab haben wir auch schon viel darüber nachgedacht. Ausschließen können wir zumindest, dass es am Impf-Angebot gelegen ist. Dieses war im Westen genauso umfangreich wie im übrigen Land. Womöglich liegt es auch an der Nähe zu Oberösterreich, wo die Impfquote ja generell sehr niedrig ist. Verbessern wollen wir die Quote durch Pop-up-Impfungen und eine Social-Media-Kampagne, die die Jungen erreichen soll. Zusätzlich sind auch unsere Impfbusse weiter auf Tour.

Ihr Parteikollege Hans-Peter Doskozil hatte mit einer Impf-Lotterie im Burgenland großen Erfolg. Dort ist die Quote am höchsten. Ist sowas auch bei uns denkbar?
Die Impfquote war auch vor der Lotterie im Burgenland schon am höchsten. Um es klar zu sagen: Wir planen keine derartigen Anreizsysteme, sondern appellieren hier an die Menschen, ihre Gesundheit durch die Impfung zu schützen.

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Besonders wichtig ist auch, dass sich vor allem jene vor der Grippe schützen, die sich vor Corona nicht schützen können – die Kinder!

Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ)

Reicht das angesichts der großen Impfskepsis im Land?
Ich gehe davon aus, dass die 3-G-Regel am Arbeitsplatz zur Steigerung der Impfquote beitragen wird und appelliere an alle Skeptiker, sich nochmals über den Nutzen der Impfung zu informieren.

Traditionell niedrig ist hierzulande die Impfquote bei der Grippeimpfung. Warum ist genau die aber heuer wichtig?
Alle Virologen warnen uns derzeit vor einer starken Grippewelle. Umso wichtiger ist es, dass vor allem Risikogruppen das Impfangebot nutzen. Es wird genügend Grippe-Impfstoff geben. Gemeinsam mit den Ärzten und Apotheken wurde vorgesorgt. Besonders wichtig ist auch, dass sich vor allem jene vor der Grippe schützen, die sich vor Corona nicht schützen können - die Kinder. Unsere gratis Grippe-Impfaktion läuft. Ich appelliere an alle Eltern, diese unbedingt zu nutzen.

Seit bald zwei Jahren manövrieren Sie das Land gemeinsam mit Landesvize Stephan Pernkopf gesundheitspolitisch durch die Krise. Die Frage, die sich alle stellen: Wie lange geht das noch?
Das lässt sich eigentlich sogar recht leicht beantworten. Denn sobald die Impfquote bei 80 Prozent liegt, braucht es keine Corona-Maßnahmen mehr. Das erklären uns alle Experten.

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