KV-Verhandlungen

Zweite Runde ergebnislos: Metaller erhöhen Druck

Politik
11.10.2021 16:29

Die zweite Verhandlungsrunde für einen neuen Kollektivvertrag in der Metalltechnischen Industrie (FMTI) ist am Montag nach vier Stunden ohne Einigung beendet worden. Die Vertreter der Arbeitnehmerseite zeigten sich enttäuscht und wütend über die „Verzögerungstaktik der Arbeitgeber“ und deren „provokant niedriges Angebot“. Nun sind Betriebsrätekonferenzen geplant. Die nächste Runde findet am 21. Oktober statt.

Die Gewerkschaft fordert 4,5 Prozent mehr Lohn sowie Gehalt. Das aktuelle Angebot des Verhandlungspartners steht bei maximal 2,2 Prozent. Das Angebot für Lohn- und Gehaltserhöhungen sei „angesichts der rasanten Konjunkturerholung, der hohen Inflation und der steigenden Produktivität eine Respektlosigkeit“, zeigten sich die beiden gewerkschaftlichen Chefverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA) in einer Aussendung entrüstet.

Normalerweise lädt die Gewerkschaft die Betriebsrätinnen und Betriebsräte erst zu einer Versammlung ein, wenn die dritte oder vierte KV-Runde keine Einigung gebracht hat. Diesmal wollen die Gewerkschaftsvertreter offenbar schon früher den Druck erhöhen.

PRO-GE Chefverhandler Rainer Wimmer und der Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Dürtscher (re. im Bild) (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
PRO-GE Chefverhandler Rainer Wimmer und der Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Dürtscher (re. im Bild)

Arbeitgeber: „Vorgangsweise absolut unverständlich“
Die Arbeitgeber betonten, dass erste Angebote immer eine Grundlage für weitere Diskussionen seien. Kritik übten die FMTI-Vertreter an der fehlenden Verhandlungsbereitschaft der Arbeitnehmervertreter. „Die Vorgangsweise der Gewerkschaften ist absolut unverständlich und unverantwortlich. Wir sind mitten in der vierten Corona-Welle und haben noch nicht einmal eine der schwersten Wirtschaftskrisen der letzten Jahrzehnte überwunden“, kommentierte FMTI-Obmann Christian Knill in einer Aussendung die zweite Verhandlungsrunde.

„Leider müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Gewerkschaften kein Interesse an konstruktiven Gesprächen haben, das ist eine vertane Chance“, so Knill. Offensichtlich gehe es „vor allem darum, politisch zu mobilisieren, Medienaufmerksamkeit zu erreichen und Mitglieder zu akquirieren“.

Arbeitgeber-Obmann Christian Knill (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Arbeitgeber-Obmann Christian Knill

Die weiteren Forderungen der Arbeitnehmer
Neben der bereits genannten Lohn- und Gehaltserhöhung steht auf der Liste der Forderungen auch eine Anhebung der Zulagen für die zweite und dritte Schicht bzw. für die Nachtarbeit. Diese sollen künftig verdreifacht (auf 1,50 Euro pro Stunde) bzw. verdoppelt (auf 5 Euro pro Stunde) werden. Weiters fordern die Arbeitnehmervertreter einen selbstbestimmten Verbrauch von Gleitzeitguthaben in ganzen Tagen und eine Erhöhung der Lehrlingseinkommen auf 1000 Euro (1. Lehrjahr), 1300 Euro (2.), 1600 Euro (3.) und 2000 Euro (4. Lehrjahr).

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