Faire Entlohnung

Forderung: Mehr Erntehelfer für heimische Bauern

Greifbar werden die Nachteile der globalisierten Welt derzeit nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Niederösterreich. Für unsere Bauern ist klar: „Wir müssen daraus lernen und unsere Selbstversorgung stärken.“ Faire Entlohnung für systemrelevante Berufe und höhere Kontingente für Erntehelfer werden gefordert.

Nach dem Brexit fehlen in Großbritannien Arbeitskräfte im Transport. Die Folgen: Supermarktregale bleiben leer, und Treibstoff ist ein knappes Gut. Für die heimsche Landwirtschaft wäre so was natürlich auch ein Schreckensszenario – und in weiser Voraussicht will man einen ähnlichen Kollaps vermeiden: „Die Schwächen dieses ,Immer-mehr-immer-billiger-Systems‘ werden uns durch die aktuelle Krise vor Augen geführt. Es braucht einerseits mehr faire Entlohnung für systemrelevante Berufe, nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Lebensmittelverarbeitung, und andererseits höhere Landeskontingente für Erntehelfer aus Nicht-EU-Staaten“, erklärt Kammerpräsident Johannes Schmuckenschlager im Gespräch mit der „Krone“. Vor allem saisonale Arbeitskräfte aus Moldawien und der Ukraine könnten die Nachfrage im nächsten Jahr abdecken, so die Einschätzung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich.

Wichtig bleibt aber natürlich auch der Griff der Konsumenten in die „richtigen“ Regale: „Regional und heimisch zu kaufen ist ein wesentlicher Teil der Lösung. Fünf Euro pro Monat und Haushalt mehr für regionale Lebensmittel könnten 330 Arbeitsplätze schaffen“, rechnet Schmuckenschlager weiters vor. Aber klar ist, die Mehrkosten für die hohen Standards und Auflagen in der Produktion dürfen nicht beim Erzeuger stecken bleiben. Laut einer WIFO-Studie verdient die Landwirtschaft nämlich bereits jetzt an 100 Euro, die für Lebensmittel ausgegeben werden, nur 3,67 Euro

Josef Poyer
Josef Poyer
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