31.08.2021 08:00 |

Unwetterschäden etc.

Klimawandel kostet Steirer 1,5 Milliarden im Jahr

Ausgefallene Ernten, Katastrophenschäden, hohe Gesundheitskosten: Der Klimawandel hat Auswirkungen auf viele Bereiche unseres Lebens. Je später wir handeln, desto teurer wird es, sagt Klimaökonom Karl Steininger vom Wegener Center an der Uni Graz.

Herr Steininger, gleich zu Beginn die große Frage: Was kostet uns Steirer der Klimawandel?
Unsere Abschätzung geht von zehn bis zwölf Milliarden Euro im Jahr in Österreich zur Mitte des Jahrhunderts aus – auf die Steiermark heruntergebrochen wären das etwa 1,5 Milliarden Euro. Mit eingerechnet sind zum Beispiel Hochwässer, Kosten für die Landwirtschaft und das Gesundheitssystem. Extreme Hitze führt zu vorzeitigen Todesfällen und die Arbeitsproduktivität leidet. Dafür ersparen wir uns Heizkosten.

Was ist nicht eingerechnet?
Das sind nur die Kosten in Österreich. Internationale Entwicklungen können sich aber indirekt auswirken.

Wie viel kostet es, den Klimawandel aufzuhalten?
Die Maßnahmen sind bei Weitem billiger. Und je länger wir warten, desto teurer wird es. Global gesehen kostet die Umstellung auf Klimaneutralität etwa ein bis zwei Prozent des BIP, die zukünftigen Schäden liegen bei zumindest 20 Prozent.

Wie viel Zeit bleibt uns?
Österreich will bis 2040 klimaneutral sein. Das wäre notwendig, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. 1,1 Grad haben wir weltweit schon erreicht.

Wird sich das ausgehen?
In den letzten 30 Jahren haben wir in Österreich die Emissionen nicht gesenkt. Das Ziel zu erreichen ist möglich, aber wir müssen das in allen Bereichen konsequent angehen – die einzelnen Menschen, die Unternehmen, die Politik. Beim Heizen, im Verkehr, in der Industrie.

Zitat Icon

Wir müssen alle Bereiche konsequent angehen.

Karl Steininger, Klimaökonom

Müssen wir unseren Lebensstil ändern?
Wir verlieren keine Freiheiten, wenn wir etwas fürs Klima tun, im Gegenteil: Wenn wir nichts tun, wird es eng werden. Jeder Österreicher stößt 15 Tonnen Treibhausgas im Jahr aus. Neben der Ernährung, die 3,5 Tonnen ausmacht, sind die Wärme und das Reisen die größten Posten.

Manche sagen: Was wir in Österreich tun, hat keine Auswirkungen, weil etwa in China oder den USA viel mehr emittiert wird.
Große Länder wie China tun gerade sehr viel – auch, weil die massive Luftverschmutzung dort zu Gesundheitsschäden führt. China hat strengere Autostandards als Österreich. Auch in den USA haben die Staaten und Städte trotz Präsident Donald Trump viel getan. Außerdem ist Österreich ein reiches Land. Wenn wir nicht umsteigen auf klimafreundliche Technologien und Methoden, wer soll es sonst tun? Wir haben die Forschungskapazität. Früher oder später wird die Menschheit Treibhausgase radikal reduzieren, um zu überleben. Da ist es vor allem als exportgeprägtes Land gut, bei den Ersten dabei zu sein.

Müssen wir uns von Industriezweigen wie Stahl oder Autos verabschieden?
Nur, wenn sich die Branchen nicht rechtzeitig umstellen. Die Voestalpine experimentiert zum Beispiel mit Wasserstoff. Und Stahl brauchen wir auch in Zukunft für Windräder, Schienen und mehr.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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