Hunderte Mesner

Beruf mit Berufung: Die Hüter im Haus Gottes

In Böheimkirchen wird die Tradition des Mesners hochgehalten. Über Nachwuchssorgen muss man sich hier zum Glück keine Gedanken machen. Denn die Nachfrage nach der Ausbildung innerhalb der Diözese St. Pölten ist groß, wie betont wird. Der nächste Kurs für angehende Mesner Anfang nächsten Jahres ist bereits ausgebucht. Die „Krone“ hat nun zwei Kirchenwächter besucht.

Sie sind die „Wächter“ im Haus Gottes, aber auch das Bindeglied zwischen Pfarrer und Gläubigen. Und sie sind zudem Kirchendiener mit weltlichen Aufgaben wie ein Hausmeister – die Mesner. Für viele stellt dieser Beruf wahrlich eine Berufung dar. In 422 Pfarren der Diözese St. Pölten arbeiten derzeit mehr als 700 Personen im Mesnerdienst. So wie Karl Hinterwallner und Michael Schmatz in Böheimkirchen.

Was die beiden vereint, ist ihre Leidenschaft für den Mesnerdienst. Hinterwallner kann mit seinen 70 Jahren auf eine 35-jährige Mesnertätigkeit zurückblicken. Dafür wurde er erst vor Kurzem mit der goldenen Ehrennadel der Österreichischen Mesnergemeinschaft ausgezeichnet. Sein Wissen gibt er gerne an den Nachwuchs weiter – etwa an Michael Schmatz. Denn der 25-Jährige übernimmt als „Hilfsmesner“ gerne eine wichtige Aufgabe in der Kirchengemeinde. „Es ist eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich, Verantwortung für das alte Bauwerk und den reibungslosen Ablauf zu übernehmen“, betont er.

Vom „Alleinherrscher“ zum Chef mit Teamgeist
Insgesamt kann Hinterwallner als Teamleiter auf einen Pool aus acht Kollegen zurückgreifen – darunter drei Frauen. Die Idee dazu entstand, nachdem er selbst 1986 von einem Tag auf den anderen das Amt übernehmen musste. „Früher waren Mesner quasi Alleinherrscher. Durch den Tod meines Vorgängers war mit einem Schlag das gesamte Wissen weg. Ich hatte damals die Idee, die Funktion auf mehrere Personen aufzuteilen. Darauf bin ich sehr stolz“, erzählt der 70-Jährige. So kann die Erfahrung von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Einmal pro Jahr wird ein Mesnerkurs abgehalten, um das Wissen zu teilen. Die Nachfrage ist groß.

„Neben den handwerklichen und kommunikativen Fähigkeiten ist der Mesner für die Vorbereitungen der heiligen Messe zuständig, kümmert sich aber auch um die Verwaltung, Instandhaltung und Reinigung des Kirchenhauses“, erklärt Hinterwallner. Doch was fasziniert ihn so an der Tätigkeit? „Einfach die Hektik des Alltags ablegen und zur Ruhe kommen zu können, sobald ich die Kirche aufgesperrt und betreten habe“, erzählt Hinterwallner. Kompagnon Schmatz: „Ich wünsche mir, dass die Kirche mehr auf die jungen Menschen zugeht, damit nach mir noch weitere Interessierte nachfolgen.“ In einem sind sich beide einig: „Je mehr Menschen sich im Pfarrleben engagieren, desto schöner ist es für alle!“

Petra Weichhart
Petra Weichhart
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