20.08.2021 12:27 |

„Alder Lake“-CPU

Das ist Intels Geheimwaffe gegen AMD und Apple

Der US-Halbleiterriese Intel will noch heuer eine Chip-Generation auf den Markt bringen, die weit weniger Strom verbraucht als der Vorläufer. Zuerst sollen die neuen Prozessoren der 12. Generation („Alder Lake“) in Desktop-PCs und Laptops für private Nutzer kommen, kündigte der kalifornische Konzern auf seinem „Architecture Day 2021“ an.

Die Auswirkungen der neuen Chip-Architektur sind beachtlich: Im Vergleich zu den bisherigen 4-Kerne-Systemen sei die neue Architektur um 80 Prozent energieeffizienter, sagte Frank Kuypers, Technologie-Experte bei Intel. Bei einer gleichbleibenden Energiezufuhr könne man 80 Prozent mehr Leistung aus dem 4-Kerne-System herausholen.

Um diesen Fortschritt zu erreichen, hat sich Intel dem Konzept genähert, das vor allem von Apple und Samsung in der Entwicklung eigener Chips verfolgt wird. Dabei verfügt der Chip über unterschiedliche Rechenkerne. Die einen sind auf eine möglichst hohe Leistung hin optimiert, die anderen erledigen weniger anspruchsvolle Rechenaufgaben besonders energieeffizient.

Neue Möglichkeiten für PC-Hersteller
Mit dieser neuen Architektur werden PC-Hersteller wie Lenovo, HP, Dell oder Asus in die Lage versetzt, sehr leistungsfähige Rechner zu bauen, die deutlich weniger Wärme produzieren. Damit kann in vielen Fällen auch auf den Einsatz von Lüftern verzichtet werden, die viele Anwenderinnen und Anwender wegen der Geräuschkulisse als störend empfinden.

Intel wird die Alder-Lake-Prozessoren für drei verschiedene Geräteklassen anbieten: den klassischen Desktop-PC, den Laptop und für ultramobile Notebooks. In den Top-Modellen werden dann acht Performance-Kerne und acht Energiespar-Kerne im Einsatz sein.

Zunächst wird nur Windows 11 unterstützt
Die neue Chip-Architektur läuft zunächst nur mit dem kommenden Microsoft-Betriebssystem Windows 11. Andere Systeme würden folgen, kündigte Kuypers an. Dafür gebe es aber noch kein konkretes Datum. Im kommenden Jahr soll die neue Chip-Architektur auch Einzug in die Rechenzentren halten. Dabei geht es vor allem um die Herausforderung, bei ständig wachsenden Rechenanforderungen von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz den Strombedarf zu deckeln.

Intel hatte zuletzt mit Fertigungsproblemen und Produktverzögerungen im Kerngeschäft der x86-Prozessoren zu kämpfen. Anfang des Jahres kam es zu einem Führungswechsel. Der neue Chef Pat Gelsinger kündigte in seiner Antrittsrede vor der Intel-Belegschaft an, sich im Prozessorgeschäft von Apple nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Sein Unternehmen müsse für das PC-Ökosystem „bessere Produkte“ liefern als „jedes mögliche Ding, das eine Lifestyle-Firma aus Cupertino“ liefern könne.

Fokus auf Chips - auch als Auftragsfertiger
Zum Kurswechsel, den Gelsinger eingeleitet hat, gehört auch der Fokus auf das Kerngeschäft und die Öffnung der Intel-Fabriken für andere Unternehmen. Derweil gibt Intel etwa die jahrelang vorangetriebene Entwicklung von Hightech-Kameras für den Einsatz in Roboter-Technik und 3D-Scannern auf. Intels RealSense-Kameras waren für Anwendungen konzipiert, mit denen Computer ihre Umgebung und Objekte erkennen sollen. Dazu gehörte zum Beispiel ein Modul zur Gesichtserkennung. Die Verpflichtungen bei bestehenden Kunden sollen eingehalten werden.

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