Bergsteigerin geborgen

Stundenlange Rettungsaktion bei strömendem Regen

Tirol
20.07.2021 14:20

Wie kritisch eine Bergtour bei Schlechtwetter sein kann, hat jetzt eine Deutsche (34) am Berliner Höhenweg im Tiroler Zillertal erfahren. Die Frau hatte sich bei einem Ausrutscher in rund 2500 Metern am Knie verletzt, die Bergrettung Ginzling brachte die Alpinistin in einer stundenlangen Rettungsaktion bei strömendem Regen sicher ins Tal.

Während Tirol aufgrund der heftigen Regenfälle fast „unterging“, startete am Samstag eine zehnköpfige deutsche Tourengruppe bei der Greizer Hütte in den Zillertaler Alpen in Richtung Berliner Hütte. Und es kam, wie es fast kommen musste: Eine 34-Jährige rutschte unterhalb des Schwarzensees aus, stürzte und verletzte sich am Knie schwer. Der Großteil der Gruppe beschloss, die 500 Höhenmeter zur Berliner Hütte abzusteigen, um Alarm zu schlagen. Die Verletzte musste bei Regen und Kälte am Unfallort ausharren.

Sich regelmäßig abwechselnd trugen die Ginzlinger Bergretter die 34-Jährige bei Sauwetter zur Berliner Hütte. (Bild: ZOOM.TIROL)
Sich regelmäßig abwechselnd trugen die Ginzlinger Bergretter die 34-Jährige bei Sauwetter zur Berliner Hütte.

„Die Wirtin der Berliner Hütte und eine Mitarbeiterin stiegen zu der Frau auf, wir machten uns um 16.30 Uhr mit 13 Mann auf den Weg“, erzählt Ulli Huber, Ortsstellenleiter der Bergrettung Ginzling. Ab „Grawandtret“ mussten die Bergretter bei strömendem Regen zu Fuß mehrere Hundert Höhenmeter zur Verletzten aufsteigen. „Rinnsale hatten sich in Sturzbäche verwandelt, wir waren fast durchwegs knöcheltief im Wasser“, schildert Huber.

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Bei solchen Wetterlagen kann im Hochgebirge ein kleines Problem schon fatal sein. Nässe und Kälte sind sehr problematisch.

Ulli Huber, Einsatzleiter BR Ginzling

Die Frau wurde schließlich mit der Gebirgstrage zur Berliner Hütte gebracht und von dort mit der Materialseilbahn, wieder in der Gebirgstrage und zuletzt mit dem Auto aus dem Zemmgrund transportiert. Beim Gasthof Breitlahner nahm sie schließlich gegen 21 Uhr der Notarzt in Empfang.

(Bild: zoom.tirol)

Einsatz auch in Gerlos
Schauplatzwechsel nach Gerlos: Dort barg am Montagmorgen die Bergrettung Gerlos einen Deutschen (60) von der Schwarzachbichlalm - Verdacht auf Herzinfarkt. Weil die Forststraße durch die Unwetter stark beschädigt war, musste der Mann nach der Erstversorgung per Einradtrage abtransportiert werden. Der Notarzthubschrauber flog ihn in die Klinik.

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