19.07.2021 05:59 |

„Zelda“-Remaster

So spielt sich „Skyward Sword“ auf der Switch

Nintendo hat den vor 10 Jahren erschienenen Wii-Klassiker „The Legend of Zelda: Skyward Sword“ als HD-Version für die Switch neu aufgelegt. Das Remaster enthält viele Verbesserungen, neben aufgehübschter Grafik gibt es als Alternative zur Bewegungssteuerung der Wii-Version nun etwa auch klassische Controllersteuerung. Ob das in Fan-Kreisen als einer der schwächeren Serienteile verrufene „Skyward Sword“ auf der Switch überzeugt? Wir haben es ausprobiert.

Als „Skyward Sword“ vor 10 Jahren für die Wii erschien, machte sich Nintendo unter den Zelda-Fans nicht nur Freunde: Die innovative, aber nicht unbedingt sehr präzise Bewegungssteuerung gefiel nicht jedem, grafisch konnte es der Titel auch nicht mit den damals schon deutlich potenteren Konkurrenzkonsolen aufnehmen, die Story hatte ihre Längen und manch Wii-Besonderheit wie eine nicht aktiv steuerbare Kamera minderte den Spielspaß.

10 Jahre später hat Nintendo in vielen Bereichen nachgebessert: „Skyward Sword HD“ hat nun etwa eine automatische Speicherfunktion und läuft, wie der Name schon sagt, in Full-HD-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde (Handheld-Modus: 720p), was zwar deutlich schärfer als zu Wii-Zeiten aussieht, am geringen Detailgrad samt kantigen Animationen und rudimentärer Mimik aber nichts ändert.

Endlich Controllersteuerung!
Die steuerbare Kamera und die Möglichkeit, „Skyward Sword“ jetzt auch ohne Bewegungssteuerung zu spielen, gefallen aber: Wer zu Wii-Zeiten nichts mit der Wiimote-Fuchtelei anfangen konnte, hat nun endlich eine Alternative - wenn auch eine nicht besonders intuitive, der man anmerkt, dass sie nachträglich eingebaut wurde. Wer die Bewegungssteuerung mag, freut sich indes über mehr Präzision als zu Wii-Zeiten.

Story beleuchtet „Zelda“-Ursprünge
Bei der Story hat sich nichts verändert: „Skyward Sword“ ist am Anfang der „Zelda“-Zeitlinie beheimatet und erzählt die Geschichte eines Königreichs, das auf schwebenden Inseln in den Wolken angesiedelt ist, riesige Vögel als Reittiere domestiziert - und mit einem Ritterorden für Frieden im himmlischen Königreich sorgt. Als Held Link wird der Spieler Teil dieses Ritterbundes und muss sich - welch Überraschung - serientypisch nach kurzer Zeit aufmachen, die verschwundene Prinzessin Zelda zu retten und die unerforschten Weiten unter dem Wolkenland zu erkunden.

Hübsch gemachte Gebiete, nette Handlung
Wobei „Weiten“ relativ ist: Im Gegensatz zum Nachfolger „Breath of the Wild“ bietet „Skyward Sword“ nicht eine große Open-World, sondern eine Aneinanderreihung kompakterer Gebiete, die jedes für sich liebevoll gestaltet wurden, viel Abwechslung und auch ohne hohen Detailgrad fantasievolle Überraschungen bieten.

Die Handlung - andere „Zelda“-Teile wissen hier mehr Spannung zu generieren - wird in unterhaltsamen Dialogen erzählt, die allerdings in heute nicht mehr zeitgemäßen Textboxen statt mit Sprachausgabe vorgetragen werden. Die Charaktere sind liebenswert, triefen mitunter aber vor Klischees. Dafür verzaubert „Skyward Sword HD“ mit einem bewährt epischen Soundtrack.

Gameplay mit klassischen „Zelda“-Stärken
Spielerisch wird gewohnt hohe Nintendo-Qualität geboten: Auch wenn manch Tutorial-Komponente langatmig und manch Charakter - vielleicht auch wegen der nicht mehr zeitgemäßen Mimik - platt wirkt, bietet „Skyward Sword HD“ doch einen Sucht erregenden Mix aus interessanter Handlung, fantasievollen Dungeons, einem Haufen kreativer Gegenstände, in Erinnerung bleibenden Bosskämpfen, kniffligen Rätseln und einem eingängigen Crafting-System.

Im Vergleich zu anderen „Zelda“-Teilen ist „Skyward Sword HD“ dabei recht zugänglich, was wohl seinerzeit auch die nicht restlos präzise Steuerung ausgleichen sollte. Haupt- wie Nebenquests wissen jedenfalls gut zu unterhalten, auch wenn manch eine Aufgabe langatmig ist und sich manches - vor allem Sammel- und Lieferaufgaben - wiederholt, was mitunter den Eindruck erweckt, hier wird Zeit geschunden.

Fazit: Nintendo hat dem HD-Remaster von „Skyward Sword“ sinnvolle Neuerungen spendiert, allen voran Wahlfreiheit bei der Steuerung und die verbesserte Kameraführung. Grafisch ist der Titel nicht gut gealtert, die fehlende Sprachausgabe ist nicht mehr zeitgemäß und die Handlung im Vergleich zu anderen „Zelda“-Teilen auch nicht überbordend spannend. „Zelda“-Fans, die den Titel noch nicht kennen oder auf der Wii liebten, werden trotzdem Spaß haben. Wer kein ausgewiesener „Zelda“-Fan ist, kann sich die 60 Euro aber wohl auch sparen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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