15.06.2021 13:54 |

Seit Corona-Pandemie:

Immer mehr Menschen haben Schlafstörungen

Die Corona-Krise ist für viele Menschen sehr belastend. Viele schlafen schlecht, 22 Prozent - über ein Fünftel der Österreicher - leiden an Tagesschläfrigkeit. Schlafprobleme wurden vor allem durch die Pandemie verstärkt. So schlafen 32 Prozent der Menschen in Österreich seit Corona schlechter. 46 Prozent gaben an, dass beim kurzen Ausruhen am Nachmittag die Wahrscheinlichkeit einzuschlafen am höchsten ist. 28 Prozent würden beim Fernsehen mit hoher Wahrscheinlichkeit einnicken. 

Das ergab eine Umfrage von Spectra-Marktforschung*, hieß es bei einem Pressegespräch des Unternehmens „Home Care Provider“ am Dienstag. „Die Ergebnisse der Erhebung zeigen, dass über ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung eine überdurchschnittliche Tagesschläfrigkeit zeigen. Von diesen sind vier Prozent in einem hohen Ausmaß betroffen. Besonders signifikant ist, dass die Tagesschläfrigkeit im Alter ansteigt: In der Gruppe der über 70-Jährigen ist die Tagesschläfrigkeit am höchsten“, so Romana Forster-Gartlehner von Spectra.

Schlaf lässt sich nicht „aufsparen“
„Während es für Müdigkeit einfache Gründe gibt, kann die Schläfrigkeit als extreme Form von Müdigkeit gefährlich werden. Schläfrigkeit kann nämlich pathologische Hintergründe haben, wie das Restless Leg Syndrom, Narkolepsie oder die obstruktive Schlafapnoe“, sagte Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären schlafmedizinischen Zentrums Berlin. Besonders wichtig zu wissen sei, dass man sich Schlaf nicht aufsparen kann und sich Schlafmangel nur bedingt wieder aufholen lässt.

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Schläfrigkeit kann pathologische Hintergründe haben, wie das Restless Leg Syndrom, Narkolepsie oder die obstruktive Schlafapnoe.

Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären schlafmedizinischen Zentrums Berlin

Eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine Atemstörung, bei der es im Schlaf zu wiederholten Atemaussetzern von mindestens zehn Sekunden kommen kann. Symptome sind lautes Schnarchen und unregelmäßige Atmung. Schnarchen, als das erste Anzeichen für eine OSA, bemerkt meist zuerst der Partner. Weltweit leiden 936 Millionen Menschen an der Atemstörung, in Österreich sind es 350.000. „In Österreich weisen etwa vier Prozent der Bevölkerung eine therapiepflichtige OSA auf.

Medienkonsum verkürzt Schlaf
Über die vergangenen 100 Jahre habe sich die durchschnittliche Schlafdauer pro Nacht um zwei Stunden reduziert. Laut Fietze, gibt es dafür zwei Gründe: zum einen künstliches Licht und zum anderen der Medienkonsum in Form eines letzten E-Mail-Checks vor dem Schlafengehen. Besonders gefährdet sind demnach Männer über 40 Jahre sowie jene, die an Übergewicht oder Bluthochdruck leiden.

*Bei der österreichweiten Befragung mit 1002 Teilnehmern wurde die Wahrscheinlichkeit, in verschiedenen Situationen einzuschlafen, untersucht.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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