11.06.2021 09:43 |

Kryptogeld aus Biogas

Landwirt erzeugt Ethereum mit Strom aus Kuhfladen

Geld stinkt nicht, sagt der Volksmund. Im Fall des britischen Landwirts Philip Hughes stimmt das nicht ganz: Er verwandelt mit einer Biogasanlage nämlich den Dung seiner Rinder in Strom, der wiederum in den Betrieb einer Ethereum-Mining-Anlage fließt. So erzeugt der Brite digitales Geld aus erneuerbarer Energie - und zeigt, dass die Umweltbilanz von Kryptogeld nicht zwangsweise schlecht sein muss.

Bedenken wegen der schlechten Energiebilanz, allen voran bei Tesla-Boss Elon Musk, schickten digitale Währungen wie Bitcoin und Ethereum zuletzt auf Talfahrt und sorgten für wachsendes Interesse an umweltfreundlicheren Methoden zur Kryptogeld-Erzeugung. Philip Hughes aus Großbritannien macht vor, wie es gehen könnte: Er nutzt den Strom, den seine Biogasanlage aus Kuhfladen produziert, um damit Ethereum zu „minen“.

Methan wird zu Strom
Gegenüber der BBC beschreibt der Landwirt, wie das funktioniert: Die Hinterlassenschaften seiner Rinder landen in der Biogasanlage, wo sie beim Verwesungsprozess Methan erzeugen. Damit werden wiederum Turbinen angetrieben, die Strom generieren. Zwei Drittel seines Strom-Outputs nutzt der Landwirt, um seinen Hof und einen zugehörigen Campingplatz mit Strom zu versorgen. Ein Drittel fließt in seine Ethereum-Schürfanlage.

Wie viel Geld Hughes auf diesem Weg verdient, schwankt je nach Kurs der zuletzt unter Druck geratenen Kryptowährung. Insgesamt sei er aber mit dem Zusatzeinkommen zufrieden - und Vorbild für Nachbarn, die es ihm nun gleichtun wollen und bei ihm anrufen, um zu erfahren, wie sein Nebengeschäft genau funktioniert.

Hughes stellt den Strom aus seiner Biogasanlage auch Dritten zur Verfügung: Unternehmer Josh Riddet hat eine Firma gegründet, die Miner und Betreiber von Biogasanlagen zusammenbringen soll. Immerhin 42 Betreiber von Biogas-, Wasser-, Solar- oder Windkraftanlagen sind bereits an Bord. Dass es noch nicht mehr sind, dürfte an Vorbehalten gegenüber Kryptowährungen liegen: Neben dem enormen Energiebedarf beim Mining sorgen auch die gewaltigen Kursschwankungen für Bedenken.

Hughes will jedenfalls weiterhin mit Strom aus Kuhfladen Ethereum erzeugen. Sollte der Kurs so weit sinken, dass sich das Mining nicht mehr lohnt, hat er auch schon eine andere Idee, wie er seine Mining-Anlagen gewinnbringend nutzen könnte. Er spielt mit dem Gedanken, die Grafikkarten fürs Ethereum-Mining an Animationsstudios zu vermieten, die damit beispielsweise Trickfilme rendern könnten.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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