10.06.2021 06:00 |

Blutspender gesucht

Dringend: Steiermark braucht frisches Blut!

Weniger Steirer gehen Blut spenden, während gleichzeitig die Zahl der Verkehrsunfälle und Operationen wieder ansteigt - wegen dieser Kombination schlägt das Rote Kreuz Alarm.

Im Corona-Jahr 2020 wäre die Menge der Blutspenden zurückgegangen, meinen wohl viele. „Das war aber nicht so“, berichtigt Christian Steinscherer, Leiter des Blutspendedienstes. „Wir hatten zwar 56 Aktionen weniger, durften auch nicht in viele Firmen oder Schulen - dafür kamen mehr Spender zu öffentlichen Aktionen. Damit konnten wir das gleiche Volumen verzeichnen wie im Jahr davor.“

Die Problematik ergebe sich allerdings jetzt! Steinscherer: „Seit der Öffnungsschritte Mitte Mai ist die Zahl der Blutspenden um 15 Prozent gesunken - und das ist enorm! Wir müssen dem unbedingt entgegenwirken, bevor es dramatische Engpässe gibt.“

Das Problem sei auch die Kombination mit dem wieder vermehrten Verkehrsaufkommen - und den damit verbundenen Unfällen - sowie der höheren Zahl an Operationen, die jetzt wieder vermehrt durchgeführt werden können. Bei einem einzigen Eingriff am Herzen können im Ernstfall bis zu vier Konserven notwendig werden - bei Organtransplantationen oder schweren Unfällen können es bis zu 20 sein!

Im Monat sind es 4200 Blutkonserven, welche die Blutbank braucht. Sie versorgt alle Einrichtungen in der Steiermark mit der wertvollen Flüssigkeit. Eine Frage, die sich in Zeiten aktueller Covid-Impfungen viele stellen: Der Wirkstoff findet sich ja im Blut wieder - ist damit dann automatisch auch der Empfänger immunisiert?

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Jetzt hat alles offen, und die Leute wollen wieder ihr Leben genießen. Das ist ja auch verständlich. Wir brauchen trotzdem dringend Blut.

Christian Steinscherer, Leiter des Blutspendedienstes Steiermark

„Nein, so ist es nicht“, stellt Peter Schlenke, Leiter der Blutbank, klar. „Die Spende wird ja nicht eins zu eins als Vollblut transfundiert. Sondern in die rote Blutkonserve und in gelbes Plasmaprodukt aufgetrennt, wobei spezifische Antikörper im Plasma sind. In der Konserve finden sich also keine Antikörper, die irgendeine Auswirkung hätten.“

Solidarität gefragt
Steinscherer schwört die Steirer auf Solidarität ein: „Der Sommer ist von der Spendenbereitschaft her ohnehin immer schwächer, in Verbindung mit Covid wird das zur Herausforderung.“

Christa Blümel
Christa Blümel
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