07.05.2021 14:02 |

Hammer-V12-Geschoss

Ferrari 812: Der Competizione kostet das Doppelte!

Mit dem 812 Superfast hat Ferrari 2017 sein bislang stärkstes Serienmodell eingeführt. Hat die Traditionsmarke einen ganz besonderen Ableger vorgestellt, mit noch mehr Leistung und spezieller Aerodynamik. Eckdaten waren bereits bekannt, aber nicht der Name: Ferrari 812 Competizione und 812 Competizione A, was die Targa-Version bezeichnet. Hier im Video: der Wagen in Action in Fiorano samt beeindruckendem Sound!

Zu den Besonderheiten gehört unter anderem ein martialisch wirkender Kühlergrill und ein Carbonfaserblatt quer über die Motorhaube. Die modifizierte Heckschürze zeichnet sich durch größere Luftöffnungen und einen großen Carbondiffusor aus. Die gläserne Heckscheibe wurde durch eine einteilige Aluminiumstruktur ersetzt, deren „Wirbelgeneratoren“ die aerodynamische Effizienz des Fahrzeugs verbessern sollen. Durch die vollständig in das Dach integrierte Designlösung soll gleichzeitig ein „Rückgrat-Effekt“ entstehen, der die plastischen Formen des Fahrzeugs unterstreicht.

Statt zwei Doppelendrohre durchströmen die Abgase des V12 im Superfast-Sondermodell zwei vertikale, rechteckige Einzelrohre. Das hat zwei positive Auswirkungen: Das für die Ausdehnung des Heckdiffusors vorgesehene Volumen wurde maximiert und es konnte eine für F1-Fahrzeuge der 2010er-Jahre typische Lösung eingeführt werden - die dynamische Interaktion zwischen den Abgasen und dem Diffusorbereich. Bei dieser Konfiguration interagiert der heiße Gasstrom aus den Auspuffrohren mit den markanten, gekrümmten Außenumrandungen des Diffusors und erzeugt eine zusätzliche Verwirbelung an deren Hinterkante, die den „kalten“ Gasstrom aus dem Diffusor anregt und so für zusätzlichen Anpressdruck sorgt.

Zwölfzylindermotor mit 830 PS
Die Fahrleistungen sind atemberaubend: 2,85 Sekunden dauert der Sprint auf Tempo 100, nach insgesamt 7,5 Sekunden sind 200 km/h erreicht. Das Höchsttempo wird mit „über 340 km/h“ angegeben. Wie beim normalen 812 sorgt ein 6,5-Liter-V12-Saugmotor für Vortrieb, bei dem aber die Leistung von 800 PS auf 830 PS sowie die Drehzahlgrenze von 8500 auf 9500/min angehoben wurden. Das maximale Drehmoment beträgt 692 Nm bei 7000/min. Erreicht wurde das Power- und Drehzahl-Plus durch die Neukonstruktion der wichtigsten Motorkomponenten wie Pleuel, Kolben und Kurbelwelle. Die Pleuel aus Titan sind bei gleicher mechanischer Festigkeit 40 Prozent leichter als die Stahlversionen; die Kolbenbolzen wiederum wurden mit einer diamantähnlichen Carbonbeschichtung (DLC) versehen, um den Reibungskoeffizienten zu reduzieren. Dazu kommt eine neu gewuchtete Kurbelwelle, die ebenfalls 3 Prozent leichter ist als die Standardversion.

Die Nocken (jetzt mit DLC-Beschichtung) wirken nun über DLC-beschichtete Gleitschlepphebel aus Stahl auf die Ventilschäfte ein. Diese Schlepphebel stammen aus der F1 und wurden speziell für diesen Motor entwickelt, um ein höheres Hubprofil zu ermöglichen.

Geschaltet wird per Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Durch die Kalibrierung der Regelstrategien konnten die Schaltzeiten um weitere 5 Prozent reduziert werden.

„Mit der Leistungssteigerung geht auch eine weitere Feinabstimmung für die Einhaltung der Emissionsnormen einher“, erklärt Ferrari im Marketingtext zum 812 Competizione, „und zwar durch eine Weiterentwicklung des HELE-Systems, das die Start&Stop-Funktion aktiviert, sowie eine Reihe von emissionsreduzierenden Motorkennfeldern, die den charakteristischen Ferrari V12-Sound auch bei niedrigen Geschwindigkeiten erhalten. Wenn das HELE-System deaktiviert wird, kehren leistungsorientierte Kennfelder mit blitzschnellen Schaltvorgängen für maximales Ansprechverhalten zurück.“

Neu ausgelegt wurde auch die Motorkühlung bzw. die Abfuhr der durch die Erhöhung von Leistung und Maximaldrehzahl größeren Abwärme. Auch das Bremsenkühlkonzept wurde komplett überarbeitet. Dank diverser Modifikationen konnte die Temperatur des Bremsöls im Vergleich zum 812 Superfast um ca. 30 Grad gesenkt.

Außerdem feiert eine neue Version des Regelsystems Side Slip Control Premiere, welches auch ungeübten Fahrern kontrollierte Drifts erlauben soll. Die „Side Slip Control 7.0“ umfasst das elektronische Differenzial (E-Diff 3.0), die Traktionskontrolle (F1-Trac), die magnetorheologische Fahrwerksregelung SCM-Frs, die Bremsdruckregelung bei Fahrten am Limit (FDE), sowie die Virtual Short Wheelbase 3.0 zur Integration der elektrischen Vorderradlenkung mit der elektronisch gesteuerten Einzelradlenkung hinten.

Insgesamt bringt der 812 Competizione 38 kg weniger auf die Waage als der 812 Superfast. Als Trockengewicht gibt Ferrari 1487 kg an.

Der Innenraum entspricht weitgehend der Serienversion, wurde allerdings in Details sportlicher eingerichtet.

Bisher alles so weit, so gut - aber die Verfeinerungen lässt sich Ferrari ordentlich honorieren: Statt der 380.000 Euro für den 812 Superfast werden in Österreich rund 760.000 Euro fällig!

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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