"Mehr als peinlich"

Grazer Schauspielhaus rottet vor sich hin

Steiermark
16.01.2011 11:34
Die Bestuhlung des Grazer Schauspielhauses ist derart veraltet, dass sie unter den Theaterbesuchern zusammenbricht. Was wie ein Faschingsscherz klingt, ist traurige Realität und "mehr als peinlich", wie der Chef der Theaterholding, Peter Nebel, zugibt. Für einen Austausch der desolaten Sitzreihen fehle aber das Geld.

Mehrmals schon sei es vorgekommen, berichtet Nebel, dass Stühle im Zuschauerraum - inmitten der Vorstellungen und begleitet von einem lauten Krachen - zusammengebrochen und Besucher auf einmal unsanft auf dem harten Parkettboden gelandet sind.

Stühle stammen aus dem Jahr 1965
"Die Bestuhlung stammt noch aus dem Jahr 1965 und ist völlig veraltet", erklärt Nebel. Das Dilemma: Eine Reparatur ist nicht mehr möglich, und für die Anschaffung neuer Sitzreihen, die 400.000 bis 500.000 Euro kosten würde, fehlt das Geld. "Wir schaffen es nicht, das aus dem laufenden Budget zu finanzieren. Derzeit werden sämtliche für Instandhaltung zur Verfügung stehenden Mittel für die Generalsanierung der Oper benötigt", erklärt Nebel.

Erst in der Spielzeit 2012/13 sei ein Austausch realistisch. Wobei auch das nicht in Stein gemeißelt ist, ist doch anzunehmen, dass der Sparkurs, den die beiden Geldgeber, also das Land und die Landeshauptstadt, eingeschlagen haben, auch am Kulturbereich nicht spurlos vorübergehen wird. "Alternative": alle Stühle rausreißen. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Theatern ohnehin nur Stehplätze. Sitzen war der besseren Gesellschaft in den Logen vorbehalten...

von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"

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