29.04.2021 20:40 |

Gedenken in Salzburg

Zwischen Bücherverbrennung und Meinungsfreiheit

Wenn von der „Initiative Freies Wort“ an die Salzburger Bücherverbrennung am 30. April 1938 durch die Nationalsozialisten erinnert wird, steht nicht die Geschichte, sondern der Bezug zur Gegenwart im Fokus. „Eine Demokratie muss auch verstörende Meinungen aushalten“, bekräftigt Mitinitiator Tomas Friedmann.

Mit einer Online-Veranstaltung zum Jahrestag der Salzburger Bücherverbrennung auf dem Residenzplatz wird am 30. April künstlerisch ein Zeichen für die Meinungsfreiheit gesetzt (ab 18 Uhr auf www.fs1.tv). Unter dem Titel „Haltung einst:jetzt“ bezieht Schriftsteller Doron Rabinovici politisch Stellung, junge Positionen zum Thema werden von fünf erfolgreichen Poetry-Slammern vertreten.

Die größte Gefahr drohe von Staaten, in denen die Demokratie fast nur noch auf dem Papier existiert, die fast schon Diktaturen sind. „Aber die Pandemie zeigt, dass auch wir in Österreich uns mit kritischen bis verstörenden Meinungen schwer tun. Eine Demokratie muss selbst die Corona-Leugner aushalten, aber dagegen eben mit Haltung und Zivilcourage Stellung beziehen“, sagt Mitinitiator Tomas Friedmann, der weniger die Geschichte als die Lehren für die Gegenwart in den Fokus rückt: „Es geht ums Heute. Schließlich ist auch ein Corona-Leugner von seiner ,Haltung’ überzeugt, doch man muss parallel dazu ein aufgeklärter Mensch sein, der sich informiert und interessiert.“

Thomas Manhart
Thomas Manhart
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