07.04.2021 11:00 |

Millionencoup

Stadtkassa-Krimi auch nach einem Jahr ungeklärt

Vor mehr als einem Jahr hat die Stadt selbst zur Pressekonferenz gerufen, um einen pensionierten Mitarbeiter der Stadtkasse des Millionenbetrugs zu bezichtigen. Anklage gegen den Mann gibt es aber immer noch keine - denn so einfach scheint der Krimi im Rathaus doch nicht lösbar zu sein.

Schon mehrfach hat die „Kärntner Krone“ bei der Staatsanwaltschaft nachgefragt: Wieso dauert das denn so lange? Im März 2020 schien doch alles klar: Die einstige Stadtregierung und Magistratsdirektor Peter Jost mussten einen Millionenabgang in der Stadtkasse eingestehen - und hatten auch einen Schuldigen parat. Nur ein einzelner Mitarbeiter könne es gewesen sein, der Konten manipuliert und das Geld abgezweigt hätte. Mit seinem Pensionsantritt sei der Coup erst aufgeflogen. Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer von KPMG kam dann auf 1,76 Millionen Euro Minus und 276 fragwürdige Abbuchungen - in gesamt 23 Jahren.

Ermittlungen laufen weiterhin
Strafrechtlich gelöst ist der Fall aber trotzdem noch nicht. „Die Ermittlungen laufen nach wie vor, wir warten nach weiteren Anordnungen auf den Abschlussbericht der Polizei“, so Tina Frimmel-Hesse als Sprecherin der Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Es seien Konten geöffnet und Spuren verfolgt worden, möglicherweise werde man auch noch ein eigenes Gutachten brauchen. Ob an den Gerüchten, es könne doch Mittäter gegeben haben, etwas dran sei? „Dazu können wir derzeit noch nichts sagen.“

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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