28.03.2021 14:06 |

„Krone“-Interview

Tanja Bauer: „Niki war meine Lichtgestalt“

Tanja Bauer, Leiterin der Formel-1-Redaktion bei ServusTV, spricht im „Kronen Zeitung“-Interview über Gänsehaut und Lottogewinne.

„Krone“: Sie haben mich in den Hangar-7 eingeladen. Schnittiger Jet! Ihrer?
Tanja Bauer:
Nein (lacht), aber ich dachte mir, es ist eine schöne Location, um Ihnen zu zeigen, wo meine Leidenschaft liegt, nämlich im Reisen. Und die Reise im Flugzeug war für mich immer eine Art von Freiheit, auch wenn es die meiste Zeit beruflich ist.

Sie hätten Pilotin werden sollen.
Dazu hab ich zu viel Respekt, und ich bin in Mathematik zweimal durchgefallen, alles, was mit Zahlen und Technik zu tun hat, ist schwierig für mich.

Die Formel 1 ist eine Leidenschaft, die Sie zum Beruf gemacht haben. Als Kind, haben Sie da mit Puppen oder Autos gespielt?
(lacht) Da muss ich nachdenken. Wenn ein Motor angeht, krieg ich Gänsehaut. Ich bin ein Autofreak. Ich bin aber schon immer ein Mädchen geblieben, auch im Motorsport. Aber da habe ich mich nie mit Kolben und Zylindern beschäftigt. Mir waren immer die Menschen dahinter wichtiger. Mich hat die Anziehungskraft der Formel 1 fasziniert, die sie ausübt auf Fahrer, Techniker und Ingenieure. Einblicke in deren Gefühlswelt fand ich immer interessanter als Technik. Und das musst du dir mit Respekt und Vertrauen erarbeiten, das war eine Riesenchallenge.

Gutes Stichwort: Die Formel 1 ist eine Männerdomäne. Mussten Sie sich als Frau alles härter erarbeiten?
Ich hatte das Glück, immer Mentoren zu haben, die mir geholfen haben, mich zu entfalten. Niki Lauda war meine Lichtgestalt in meinem Formel-1-Leben. Er hat mir ermöglicht, nicht nur außen zu bleiben, sondern auch die andere Seite, die Welt der Teams kennenzulernen. In die du als Journalist nicht hineinkommst. Da bin ich für jede Minute dankbar. Und jetzt versuche ich jungen Kollegen zu zeigen, wie toll die Formel 1 ist.

Also hatten Sie keine unschönen #MeToo-Erfahrungen?
Nein! Natürlich hat’s der eine oder andere Fahrer mal probiert, aber das hat nichts mit Diskriminierung zu tun. Das ist doch eine schöne Ebene, wenn du respektvoll zwischen Mann und Frau dieses alte Spiel miteinander betreibst. So was hast du im Fahrerlager. Damit muss man auch umgehen.

Wo fliegen Sie hin, wenn der Corona-Irrsinn vorbei ist?
Nach Melbourne, weil das mein absoluter Lieblings-Grand-Prix ist!

Ich habe jetzt eigentlich privat auf Urlaub gemeint.
(lacht) Ich arbeite in dem Beruf, den ich auch liebe. Wenn ich heute im Lotto gewinne, würde ich mir so einen Jet kaufen. Aber nur, um damit zur Formel 1 zu fliegen, um dort zu arbeiten.

Stefan Weinberger
Stefan Weinberger
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