Nachdem im Februar letzten Jahres das Coronavirus auch Österreich erreicht hatte, war für Wien Energie klar: Wie ungewiss die Lage auch war, die Energieversorgung für zwei Millionen Menschen musste sichergestellt werden. In den vier Kraftwerksstellen wurden Wohncontainer, Not-Leitstellen und provisorische Schlafräume aufgebaut. Mitte März 2020 zogen dort 53 Mitarbeiter freiwillig und für unbestimmte Zeit ein.
Vier Wochen waren sie in den Isolationsstationen, abgeschottet von ihren Familien und der Außenwelt. Diese heldenhafte Maßnahme ging medial um die Welt, sogar die „New York Times“ berichtete darüber. Die „Krone“ war ein Jahr nach Beginn der Isolation im Kraftwerk Simmering und befragte zwei der Kraftwerkshelden, Steven Schacher und Karl Ondracek.
„Der ungewisse Zeitraum war unangenehm“
Wie hat sich die vierwöchige Isolation angefühlt? Wie ist man mit dem Medienrummel zurechtgekommen? „Als es hieß, dass Leute gebraucht wurden, meldete ich mich sofort“, sagt Karl Ondracek, der bereits mehr als 35 Jahre im Dienst ist. „Der ungewisse Zeitraum, für den wir uns in Isolation begeben mussten, war unangenehm“, erinnert sich Steven Schacher zurück. Der Alltag in der Isolation verlief dann reibungslos, es wurde gekocht, Putzpläne wurden erstellt, und in der dienstfreien Zeit wurden Puzzles gemacht. „Es gab keinen einzigen Streit in dieser Zeit“, erzählt Steven Schacher. Das weltweite Medieninteresse überraschte die Mitarbeiter am meisten. Und was hat sich seitdem getan?
„Auch wenn wir wieder in normale Schichten zurückgekehrt sind, hat sich vieles verändert“, berichten die beiden. Der soziale Kontakt ist auf ein Minimum begrenzt. Das Schlüsselpersonal wird regelmäßig getestet, und die Schichtübergaben werden kontaktlos durchgeführt. Auf die abschließende Frage, ob sie wieder in Isolation gehen würden, sind sich beide einig: „Mit demselben Team jederzeit!“
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