25.02.2021 10:00 |

Klinik Innsbruck

Die Zahl der schweren Skiunfälle hat sich halbiert

Hochsaison in den Skigebieten bedeutet normalerweise Hochsaison in den Unfallambulanzen. Doch in diesem Winter ist alles anders. An der Innsbrucker Klinik für Traumatologie und Orthopädie hat sich die Zahl der Patienten mit Skiverletzungen halbiert. Dafür konnten die im Vorjahr durch die Lockdowns verschobenen Operationen rasch nachgeholt werden.

Seit Oktober leitet Unfallchirurg Rohit Arora die neu formierte Innsbrucker Klinik für Traumatologie und Orthopädie. Zwei Fachgebiete unter einem Dach, in denen pro Jahr im Durchschnitt 7000 Operationen durchgeführt und 120.000 Patienten ambulant oder stationär betreut werden.

Weniger Skiunfälle, mehr Rodelunfälle
Die 380 Mitarbeiter der Klinik kümmern sich in einem normalen Winter um mehr als 5000 Verletzte nach Skiunfällen. „Heuer sind es bisher um 48 Prozent weniger“, nennt Arora eine erste Kennzahl aus der laufenden Saison. Die Gründe liegen auf der Hand: Auf Tirols Skipisten ist deutlich weniger los, weil die Touristen fehlen.

Arora verweist gleichzeitig aber auch auf einen anderen Trend, der den Unfallchirurgen Sorge bereitet: „Wir verzeichneten bisher um 38 Prozent mehr Eingriffe nach Rodelunfällen.“ Das vermeintlich kinderleichte Freizeitvergnügen ist ein nicht ungefährlicher Sport. „Der Helm ist ein Muss, vor allem für Kinder“, appelliert Arora für eine Schutzmaßnahme, die sich auf den Rodelbahnen immer noch nicht etabliert hat.

Hunderte Operationen im ersten Lockdown verschoben
Mit 170 Betten ist die Traumatologie und Orthopädie nun die größte Teil-Klinik in Innsbruck. Im ersten Lockdown wurden dort mehr als 400 Operationen verschoben, um Platz für Covid-Patienten freizuhalten. „Wir haben alle OPs mittlerweile aufgeholt. Auch deshalb, weil es weniger Sportunfälle gab“, erklärt Arora die Zusammenhänge.

Klinik-Betrieb wird nicht mehr heruntergefahren
Einen weiteren wichtigen Grund nennt Alexandra Kofler, Ärztliche Direktorin der Klinik Innsbruck: „Nach dem ersten Lockdown haben wir auf eine andere Strategie umgestellt, damit der laufende Betrieb aufrechterhalten werden kann. Wir arbeiten nach Stufenplänen. Jeden Tag bewerten wir neu, ob und wie viele Kapazitäten für die Versorgung von Corona-Patienten freigehalten werden müssen.“

Mehr Zusammenarbeit mit den Privat-Kliniken
Wolfgang Fleischhacker, Rektor der Medizin-Universität Innsbruck, streut dem neuen Klinik-Leiter Rosen: „Professor Rohit Arora hat nicht nur als Arzt, sondern auch als engagierter Lehrer und ausgezeichneter Forscher unser Vertrauen.“ Auch organisatorisch will Arora in Zukunft neue Akzente setzen. Er nennt den Ausbau der Zusammenarbeit mit Privat-Kliniken als eines seiner Ziele.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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