Das Integrationskonzept im Überblick:
Deutschkurse
"Wer in Graz leben will, muss Deutsch lernen", stellt Bürgermeister Siegfried Nagl unmissverständlich fest. Der Haken an der guten Sache: Es gibt nicht genug Kursplätze. Derzeit fließt gut die Hälfte des Budgets des Integrationsreferats in die Schaffung von Deutschkursen - obwohl eigentlich der Bund die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen müsste. "Es kann nicht sein, dass die Kommune die 'Ausfallshaftung' für den Sparkurs des Bundes übernehmen muss!", hofft Nagl auf einen Sinneswandel in Wien.
Zugang zum Arbeitsmarkt
"Wer nach Graz kommt, soll vom ersten Tag an arbeiten dürfen", fordert Nagl. Dass Migranten vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden, sei kontraproduktiv, würde viele in die Kriminalität treiben. Wiederum nicht mehr als ein frommer Wunsch.
Ethikunterricht an Grazer Schulen
Nagl drängt auf "eine Stunde Ethikunterricht ab der ersten Klasse Volksschule zusätzlich zum regulären Religionsunterricht". Umsetzen kann jedoch auch das nur der Bundesgesetzgeber.
Öffnung des "Hauses Graz" für Migranten
Wie etwa bei der Polizei sollen künftig auch in der städtischen Verwaltung verstärkt Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt werden - "insbesondere in Dienststellen mit direktem Bürgerkontakt", so das Anliegen von Nagl.
Weitere Punkte
Ebenso im Maßnahmenpaket enthalten: Ausbau der Schulsozialarbeit, Ausbau der Nachmittagsbetreuung und Lerncafés, mehr muttersprachlicher Unterricht, verstärkter Einsatz von Integrationsassistenten im Kindergartenbereich sowie "Integrationskurse, die den demokratischen Rechtsstaat thematisieren". Zudem sollen Migranten, die in der Stadt Graz leben, bei Kommunalwahlen auch zur Urne schreiten dürfen.
von Ernst Grabenwarter, "Steirerkrone"
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