22.02.2021 14:32 |

„Luca“ gegen Corona

Fanta 4 wollen Kultur mit App möglich machen

Wie den Fantastischen Vier geht es derzeit vielen Musikern, Bands und anderen Kulturschaffenden: Sie haben angesichts geschlossener Konzert- und Veranstaltungssäle Auftrittsverbot. Damit sich das jedoch möglichst schnell wieder ändert, haben die Stuttgarter Deutsch-Rap-Urgesteine zusammen mit dem Berliner Start-up neXenio mit „Luca“ eine Smartphone-App entwickelt, die die Übermittlung und Nachverfolgung von Kontaktdaten erleichtern und dabei zugleich sicher sein soll.

„Gemeinsam das Leben erleben“, lautet das Motto der für iOS und Android sowie als Web-Version für den Browser verfügbaren Anwendung, die sich sowohl an Gäste als auch Betreiber richtet. Erstere sollen mithilfe der App „ganz einfach“ ihre Anwesenheit in einem Restaurant, einer Bar oder bei einer Veranstaltung, aber auch bei privaten Treffen dokumentieren können, ohne sich dabei Sorgen um ihre Daten machen zu müssen.

Die würden nämlich zweifach verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert, nach maximal 30 Tagen gelöscht und könnten nur von den Gesundheitsämtern decodiert werden, versprechen die Entwickler des aus dem deutschen Hasso-Plattner-Institut hervorgegangenen Start-ups neXenio.

Nutzer haben Datenhoheit
Und so funktioniert‘s: Nutzer hinterlegen ihre Kontaktdaten in der App, die diese anschließend verschlüsselt und in einen temporären, sich permanent ändernden QR-Code verwandelt, der dann bei Veranstaltern und Gastgebern am Einlass gescannt und ans Gesundheitsamt übermittelt wird. Gastgeber könnten diese Daten zu „keinem Zeitpunkt lesen oder verschlüsseln“, betonen die Macher.

Nur im Falle einer Infektion setzten sich die Daten „wie bei einem Puzzlespiel zusammen“ und seien dann, indem der Nutzer seine Kontakt-Historie freigebe, für das Gesundheitsamt lesbar, das anschließend wiederum die besuchten Veranstaltungsorte informiere. Die Datenhoheit soll somit stets beim Nutzer liegen.

„Guter Zusatz zur Corona-App“
„Wir sind ein Teil der Kulturszene, aber wir sind auch persönlich betroffen. Wir brauchen gesellschaftliche Kontakte, aber wir brauchen auch Sicherheit. Mit ‘Luca‘ lassen sich unter anderem Konzerte und Veranstaltungen sicher durchführen, die Gesundheitsämter werden nachhaltig entlastet und Infektionsketten schneller unterbrochen, was am Ende zu mehr Freiheit führen wird“, werden die „Fantas“ auf der „Luca“-Website als prominente Aushängeschilder der App zitiert.

Noch ist „Luca“ allerdings nicht flächendeckend in Deutschland an die Gesundheitsämter angeschlossen. Ob sich die App durchsetzt, wird aber auch von der allgemeinen Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber derartigen Lösungen abhängen. Den Erfahrungen mit den diversen Corona-Warn-Apps nach, ist die Skepsis jedoch groß. „Luca“ selbst versteht sich offiziellen Angaben zufolge auch nicht als Alternative, sondern vielmehr als „guter Zusatz zur Corona-App“.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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