18.02.2021 07:42 |

Von Star missbraucht

LaBeouf-Ex FKA twigs: „Nur durch Glück überlebt“

Im Dezember hat FKA twigs ihren Ex-Freund Shia LaBeouf wegen körperlichen, sexuellen und psychischen Missbrauchs verklagt. Nun sprach die Sängerin, die eigentlich Tahliah Debrett Barnett heißt, in einem Interview mit dem „Elle“-Magazin zum ersten Mal darüber, warum sie diese Tortur fast ein Jahr lang durchgestanden hatte, und wie froh sie ist, den Absprung dennoch geschafft zu haben. „Es ist reines Glück gewesen, dass ich von ihm weggekommen bin - und ein Wunder, dass ich es überlebt habe“, ist sich die Musikerin sicher.

Viele können wohl nicht verstehen, warum FKA twigs den Missbrauch von Shia LaBeouf so lange über sich ergehen hat lassen. In dem Interview erklärte die Sängerin nun, sie sei während der Beziehung den eiskalt kalkulierten Kontroll-Taktiken des „Transformers“-Stars - von Liebesbombardierungen über psychologische Manipulation und soziale Isolation bis Schlafentzug - nicht gewachsen gewesen. „Wenn du einen Frosch ins kochende Wasser wirfst, springt er sofort wieder raus. Wenn du ihn in kaltes Wasser tust und es langsam zum Kochen bringst, bleibt er sitzen bis er verendet. Das genau beschreibt meine Erfahrung mit Shia“, zog die 33-Jährige einen Vergleich.

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Leute würden nie denken, dass so etwas einer Frau wie mir passieren könnte. Der größte Irrtum ist die Annahme von Leuten, dass man klug und stark genug ist, einfach zu gehen. Die Wahrheit ist, so etwas kann jedem passieren!

FKA twigs

Die Sängerin war erfolgreich, finanziell gesichert und hatte viele Freunde und Familienrückhalt, als sie während der Dreharbeiten zu „Honey Boy“ mit LaBeouf zusammenkam. „Leute würden nie denken, dass so etwas einer Frau wie mir passieren könnte. Der größte Irrtum ist die Annahme von Leuten, dass man klug und stark genug ist, einfach zu gehen. Die Wahrheit ist, so etwas kann jedem passieren!“, weiß FKA twigs nun.

FKA twigs fürchtete, von LaBeouf erschossen zu werden
Und mehr noch: Sie sei sogar am Ende eines Horrortrips am Valentinstag 2019 freiwillig wieder zu LaBeouf ins Auto gestiegen, nachdem er sie, wie es in der Klage der Musikerin steht, in der Nacht davor gewürgt, mit dem Leben bedroht und körperlich misshandelt hatte. Die Fahrt nach Los Angeles wurde zur reinen Hölle, wie sie nun ausführte. LaBeouf sei so schnell und rücksichtslos gefahren, dass er immer wieder einen tödlichen Unfall riskierte. Sie habe sogar überlegt, ob sie bei 140 km/h aus dem Wagen springen sollte, so FKA twigs: „Er hatte keinen Airbag auf der Beifahrerseite und war mir sicher, dass ich mir bei einem Unfall den Hals brechen würde.“

Die Fahrt ging wider Erwarten gut aus und FKA twigs blieb noch drei weitere Monate bei LaBeouf. Doch die Qualen hörten nicht auf. Unter anderem schilderte die Sängerin nun, dass der Schauspieler mit einer Pistole griffbereit im Schlafzimmer geschlafen habe. Deshalb habe sie Angst gehabt, nachts auf die Toilette zu gehen - „weil er mich für einen Eindringling halten und erschießen könnte“.

In ihrer Not habe sie heimlich ein Foto der Waffe geknipst und es an ihren Manager geschickt: „Ich dachte, falls er mich abknallt, wird das den Ermittlern helfen. Ich habe ständig kleine Sachen hinterlassen, mit denen man die Ursache meines Todes hätte aufklären können“, so FKA twigs.

Durch Beziehung von Freunden isoliert
Noch mehr Kontrolle über ihr Leben habe LaBeouf dadurch erhalten, dass er sie von ihren Freunden isoliert habe, berichtet Enterpress News. „Ich habe mich so geschämt für die Situation und lieber den Kontakt abgebrochen, als mich erklären zu müssen“, schilderte die Musikerin. Erst am Ende ihrer Welttournee im Mai 2019 habe sie schließlich die Chance ergriffen, die Beziehung mit ihrem Peiniger zu beenden. Kurz vorher hatte sie erfahren, dass LaBeouf ihr eine sexuell übertragbare Krankheit verheimlicht und sie damit angesteckt hatte.

„Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich plötzlich die Kraft gefunden hätte, ihn zu verlassen. Dass ich mich endlich daran erinnert hätte, wie meine Mutter mich als starke Frau erzogen hat. Doch am Ende war alles nur Zufall, dass ich nicht noch immer in dieser Situation bin - und noch lebe“, so twigs. Es sei die Distanz, die sie dank ihrer Tour zu LaBeouf aufgebaut hatte, die ihr endlich den Mut gab, Schluss zu machen und zu entkommen.

Will mit ihrem Schicksal anderen helfen
Bis heute steckt FKA twigs noch „im Heilungsprozess“, wie sie es nennt. Der Gang in die Öffentlichkeit hilft ihr bei der Verarbeitung der Folter-Beziehung, „weil ich durch mein Schicksal auf häusliche Gewalt aufmerksam machen kann“. Sie hofft, dass sie anderen Frauen helfen kann, aus Missbrauchs-Beziehungen zu fliehen.

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