11.02.2021 11:52 |

Experten besorgt

Pilzbefall setzt den Grazer Stadtbäumen hart zu

Bäume in der Stadt stehen aufgrund ihrer ungünstigen Standorte unter Stress. Pilzbefall hemmt ihre Vitalität zusätzlich. Auch in der Steiermark tragen die regenreichen, feuchteren Sommer der vergangenen Jahre dazu bei, dass holzzerstörende Pilze bessere Bedingungen vorfinden. In Graz hat man schon länger damit zu kämpfen. Selbst der Baumbestand des Botanischen Gartens der Universität Graz ist nicht verschont geblieben.

Er ist rund 100 Jahre alt, hat einen mächtigen, rund 15 Meter hohen Stamm und eine imposante Baumkrone. Doch die letzten Stunden des Amerikanischen Zürgelbaums - eines der ältesten Bäume im Botanischen Garten der Universität Graz - sind gezählt. Seit Jahren ist er vom Eschenbaumschwamm, einem gefährlichen Baumschädling, befallen. Der Parasit hat mittlerweile einen großen Holzanteil im Inneren zersetzt und mehrere Fruchtkörper ausgebildet.

Baum droht umzustürzen
„Wenn man den Pilzkörper sieht, ist es schon zu spät, seine Entfernung nützt nichts, denn der Pilz ist ja im Inneren“, erklärte der Grazer Botaniker. „Ich habe gehofft, dass ich es nicht erlebe, aber auch die pflegerische Maßnahmen können die Fällung nun nicht mehr verhindern, da die Stabilität des Baumes nicht mehr gewährleistet ist“, erklärte der Leiter des Botanischen Gartens bekümmert. Da hilft es auch nichts, dass es den Kollegen in anderen europäischen Botanischen Gärten nicht anders geht und von klimabedingten Ausfällen ihrer „Baumriesen“ berichten.

„In den letzten Jahrzehnten ist ein verstärktes Baumsterben vor allem im städtischen Bereich zu verzeichnen“, berichtete Berg. Laut dem Grazer Experten setzen längere Trockenperioden und Temperaturanstiege den Pflanzen zu, aber auch die feuchteren Sommer der letzten Jahre wie in den vergangenen Jahren böten den Pilzen beste Wachstumsbedingungen. Mit sehr alten oder bereits schwer gestressten Bäumen haben Pilze dann ein leichtes Spiel.

Stadt setzt auf Arten-Vielfalt
Peter Bohn, Leiter des Baumschutzreferates der Stadt Graz, verwies auf die Vielzahl an schädlichen Einflüssen, die Bäume schwächen: „Winterliches Streusalz, Rauchgasemissionen, verdichtete Böden. Je stärker die Bäume davon betroffen sind, umso leichter ist es für die Pilze, die Bäume zu besiedeln.“ Auch bei den Grazer Straßenbäumen komme es immer wieder zu Pilzbefall.

Angesichts der Vielzahl an Stressfaktoren geht man in der Stadt Graz bei Neupflanzungen jedenfalls einen Weg der Vielfalt: „Auf umso mehr Beinen man steht, umso besser steht man da“, so Bohn. Bei vielen heimischen Baumarten bewegt man im Stadtbereich allerdings nicht mehr auf der sicheren Seite. „Es ist leider so, dass sie den heutigen Anforderungen im Straßenraum kaum mehr gerecht werden können, Bergahorn etwa reagiert empfindlich auf Salz“, führte Bohn an.

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