„Große Gefahren“

Gewessler klar gegen EU-Förderung von Atomkraft

Österreich
02.02.2021 13:09

In der Diskussion rund um eine etwaige EU-Förderung von Atomenergie bleibt Österreich Haltung weiter klar ablehnend. „Atomenergie ist und bleibt eine Technologie mit großen Gefahren“, erklärte Umweltminister Leonore Gewessler (Grüne). Weder sei diese nachhaltig, noch brauche man sie „für ein klimafreundliches Energiesystem". Angeführt wird auch das ziemlich große Gefahrenpotenzial durch Unfälle oder Terroranschläge, die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung sowie die nach wie vor ungeklärten Fragen zur Entsorgung von Atomabfall.

 Mithilfe einer Studie will sich Österreich gemeinsam mit Luxemburg dafür einsetzen, dass die Atomkraft in der geplanten Taxonomie-Förderungsverordnung nicht berücksichtigt wird. In dieser werden Kriterien festgelegt, welche Wirtschaftsformen sich als nachhaltig im ökologischen Sinne deklarieren dürfen - und somit mit Steuergeld gefördert werden können. Im Rahmen einer Studie kam die Umweltökonomin Sigrid Stagl vom Institut für Ecological Economics der Wirtschaftsuniversität Wien zu dem Schluss, dass dies bei Atomenergie gleich mehrfach nicht der Fall ist.

„Die Ergebnisse sind eindeutig. Weder ist Atomenergie nachhaltig, noch brauchen wir sie für ein klimafreundliches Energiesystem“, so Gewessler. Investitionen in die Atomenergie seien daher auch keine grünen Investitionen. Dafür werden in der Studie drei zentrale Punkte angeführt:

  • Kernkraft leistet keinen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Kernenergie verursacht zwar weniger CO2-Emissionen als fossile Brennstoffe, hinsichtlich des gesamten Lebenszyklus - besonders durch die Urananreicherung - schneiden saubere Energiequellen aus Wind-, Wasser- oder Sonnenkraft (siehe Video oben) aber ungleich besser ab. „Die Erneuerbaren sind die klimafreundlichere Alternative“, so Gewessler.
  • Die EU-Taxonomie stuft Wirtschaftstätigkeiten als nachhaltig ein, wenn sie zu einem von sechs definierten Umweltzielen - wie Klimaschutz oder Kreislaufwirtschaft - beitragen und keinem der Zielbereiche signifikant schaden („Do no significant harm“-Prinzip). Auch hier - wie auch bei der Einhaltung internationaler Sozialstandards - scheitert der Studie zufolge die Atomkraft.
  • In der Studie werden noch weitere problematische Aspekte der Atomkraft - das große Gefahrenpotenzial durch Unfälle oder Terroranschläge, die geringe Akzeptanz in weiten Teilen der Bevölkerung oder die ungeklärten Fragen zur Abfallentsorgung - aufgezeigt. Erneuerbare Energieträger seien hingegen „einfach realisierbar, weitgehend risikofrei, wirtschaftlicher und werden mit jedem Jahr kostengünstiger“.

Gewessler rechnete mit einer ersten Beurteilung der Kernenergie durch die von der Europäischen Kommission beauftragten Expertenkommission in den kommenden Wochen.

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