21.01.2021 05:06 |

Schmerzen

1,9 Millionen Österreichern tut der Rücken weh

Beschwerden müssen auch in Pandemiezeiten immer gezielt behandeln! Nur so kann die Gefahr für die Entwicklung chronische Schmerzen gesenkt werden.

„Kreuzschmerzen sind leider ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem. Die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben davon betroffen zu sein, liegt in Industriestaaten bei bis zu 85 Prozent. Bei etwa zehn bis fünfzehn Prozent ist ein chronischer Verlauf festzustellen“, berichtete Prim. Priv.-Doz. Dr. Nenad Mitrovic, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) im Rahmen einer Pressekonferenz.

Laut einer Umfrage der Statistik Austria klagt bei den Personen unter 60 jeder Fünfte über Rückenweh, bei der Gruppe 60+ war es mehr als jeder Dritte. „Das zeigt uns, auch Jugend schützt nicht vor Schmerzen. In jeder Altersgruppe lagen Betroffene im zweistelligen Prozentbereich, auch bei den Unter-30-Jährigen. Besonders hier sollte genauer hingeschaut werden, um eine frühzeitige Chronifizierung zu verhindern“, betont Prim. Mitrovic. „Mehr Präventionsangebote und neue Versorgungskonzepte sind das Gebot der Stunde, um chronische Rückenschmerzen möglichst zu verhindern oder in einem sehr frühen Stadium optimal zu behandeln.“

 Aktuell besteht die Gefahr, dass Schmerzpatienten aufgrund der COVID-19-Sicherheitsmaßnahmen weniger Gehör und Hilfe finden. „Unterversorgung leistet aber Chronifizierung Vorschub“, warnt auch ÖSG-Vizepräsidentin Dr. Waltraud Stromer. „Daher müsse sichergestellt sein, dass medikamentöse Therapien weiterlaufen und alle Maßnahmen einer umfassenden Behandlung durchführbar bleiben.“

 „Vor allem zu Beginn der COVID-19-Krise gab es Unsicherheiten hinsichtlich der Verwendung bestimmter Schmerzmittel. Es gibt jedoch keine Daten, die belegen, dass diese das SARS-CoV-2-Infektionsrisiko erhöhen würden“, erklärt Dr. Stromer. So zeigen Studien ganz klar, dass weder RAAS-Hemmer noch Ibuprofen bezüglich einer Infektion bedenklich sind. Es besteht also kein Grund, diese Medikamente abzusetzen.

Damit sich  Patienten und Angehörigen über aktuelle Möglichkeiten der Medizin informieren können, legt die ÖSG anlässlich der 20. Österreichischen Schmerzwochen einen Patientenflyer auf, heuer unter dem Titel „Rückenschmerzen: Was bei hartnäckigen Beschwerden hilft“.  Weiters bietet die ÖSG eine Online-Sprechstunde für alle Interessierten an.  Das Webinar findet am 2. Februar 2021 um 16 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos!​

Karin Rohrer-Schausberger, Kronenzeitung

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