07.01.2021 12:43 |

Weist Kritik von sich

Impfung - EU-Kommissarin: „Engpass bei Produktion“

Bei einer Befragung im EU-Parlament wies die EU-Kommissarin für Gesundheit, Stella Kyriakides, Vorwürfe zurück, der Corona-Impfstoff sei zu zögerlich bestellt worden. Für die Pandemie sei kein Land der Welt gerüstet gewesen.

EU-Kommissarin Kyriakides zufolge liegen die Probleme mit den Coronavirus-Impfstoffen an einem „Engpass bei der Produktion“ und nicht an der Bestellung an sich. Bei der Beschaffung wollte man „nicht alles auf eine Karte setzen“, das sei auch von den EU-Staaten unterstützt worden, so Kyriakides. Zuletzt gab es Vorwürfe, Brüssel habe besonders mit den vielversprechendsten Herstellern zu langsam und zögerlich Verträge abgeschlossen - im Gegensatz zum Impf-Vorzeigeland Israel, das vorpreschte und sehr früh die Lieferung von insgesamt 14 Millionen Impfdosen mit den Herstellern Pfizer und Moderna vereinbarte.

Preise werden geheim gehalten
Kyriakides betonte bei der Befragung durch EU-Parlamentarier, dass alle EU-Mitgliedstaaten an der Ausverhandlung der Verträge beteiligt gewesen seien und auch beschlossen hätten, auf welchen Impfstoff man setze. „Im Juni war noch nicht absehbar, welcher Impfstoff erfolgreich sein wird.“

Was die Offenlegung der von der Kommission abgeschlossenen Verträge mit den Impfstoffherstellern betrifft, verwies die EU-Kommissarin auf Geheimhaltungsklauseln und ihre Verhandlungsposition. Die EU-Behörde hat zum Missfallen des EU-Parlaments Details wie die Preise der Präparate bisher nicht publik gemacht. Im Dezember veröffentlichte allerdings eine belgische Politikerin eine Preisliste in einem inzwischen gelöschten Tweet.

Verträge mit mehreren Herstellern
Die Mitgliedstaaten der EU hatten sich im Sommer darauf verständigt, die Kommission mit dem Aushandeln von Lieferverträgen mit Herstellern künftiger Corona-Impfstoffe zu beauftragen. Bis November schloss die Behörde daraufhin Vereinbarungen mit Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und weiteren Impfstoff-Herstellern.

Kyriakides wies zudem Kritik am Umgang der Europäischen Union mit der Coronavirus-Krise zurück. „Kein Land der Welt“ sei für den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie gerüstet gewesen, so Kyriakides. EU-Abgeordnete verwiesen darauf, dass die EU sich bereits 2019 intensiv mit solch einer Krisensituation auseinandergesetzt habe.

Holpriger Start im Kampf gegen Pandemie
Die EU-Kommissarin räumte anfängliche Schwierigkeiten in der EU im Umgang mit der Pandemie ein. Allerdings sei schlussendlich eine Zusammenarbeit gelungen. „2019 wurde eine solide Grundlage für die Reaktion 2020 gelegt“, betonte Kyirakides. 2020 sei allerdings schwer vorherzusehen gewesen und es sei „unmöglich gewesen, dafür gerüstet zu sein“.

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