27.12.2020 13:59 |

Traumwetter lockte

Zahlreiche Skigebiete an ihrer Kapazitätsgrenze

Nach den trüben Wochen Anfang Dezember hat es das Wetter am Weihnachtswochenende gut mit jenen gemeint, die frei hatten und auch in der derzeitigen Lage auf die Skipiste wollten: Während in Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten oder der Steiermark etliche Skigebiete durch die Corona-Beschränkungen und das Traumwetter an ihre Belastungsgrenzen kamen, herrschte in Salzburgs Bergwelt freie Fahrt für die Wintersportler. 

In Oberösterreich waren die Skigebiete Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg zu Mittag voll. In Hinterstoder seien die Parkplätze bereits um 9.30 Uhr ausgelastet gewesen, berichtete Helmut Holzinger, Vorstandsdirektor der Hinterstoder-Wurzeralm-Bergbahnen. Mithilfe der Polizei wurden die Autos schon vor der Taleinfahrt abgewiesen. Das tue selbstverständlich weh. Rund 3000 Gäste tummelten sich zu Mittag auf den Pisten, unter „normalen“ Umständen wären es wohl 6000 gewesen, so Holzinger.

Kommende Woche trübt Schlechtwetter das Skivergnügen
Die Gäste seien recht diszipliniert, was Abstände und Masken betreffe, so Holzinger. Freilich werde mit Unterstützung der Exekutive und Feuerwehr sowie von Ordnern ein Sicherheitskonzept umgesetzt. Viele Familien mit Kindern waren auf den Pisten, die ersten fuhren zu Mittag wieder heim. Etliche kämen auch erst am Nachmittag, „da ist es dann schon entspannter“, so der Vorstandsdirektor, der selbst „bei herrlichem Sonnenschein“ im Skigebiet war. Für Montag schaue es bei erwartetem Schlechtwetter wieder anders aus.

Abgewiesene Skifahrer sprachen davon, in die Steiermark weiterzufahren. Doch auch dort war bereits früh für viele anreisende Wintersportler Endstation. Noch am Vormittag twitterte die Polizei Steiermark, dass etwa in Schladming nur noch vereinzelt Parkplätze für Skigäste verfügbar seien. Auch das Skigebiet St. Jakob im Walde wurde für weitere Wintersportler geschlossen.

Kontingente für niederösterreichische Skigebiete erschöpft
Am Semmering in Niederösterreich waren die Kontingente am Sonntag ebenso erschöpft wie in Mönichkirchen-Mariensee, bei den Annaberger und den Ötscherliften. Am Semmering musste wegen Gefahr im Verzug auch die letzte Rodelwiese gesperrt werden, wegen Sturms wurde am Skigebiet Hochkar am Vormittag der Betrieb auf den meisten Liftanlagen eingestellt. Am Montag bleibt das Skigebiet gänzlich geschlossen

Kärntens Pisten gut besucht, im Osten Parkplätze voll
Die Kärntner Skigebiete sind seit dem Heiligen Abend gut besucht, einzig die hoch gelegenen Regionen Ankogel-Mallnitz und Mölltaler Gletscher haben geschlossen. Die Gäste waren durchwegs Kärntner oder Zweitwohnsitz-Urlauber. Auf der Gerlitzen waren alle Lifte geöffnet, zu Staus beim Anstellen sei es nirgendwo gekommen. Die etwa an den Talstationen zum Selbstkostenpreis angebotenen FFP2-Masken würden gut angenommen, berichtete der Fachgruppenobmann Seilbahnen in der Wirtschaftskammer, Manuel Kapeller-Hopfgartner.

Andrang und Undiszipliniertheiten von Ausflüglern gab es am Sonntag allerdings wieder an der Zufahrt zum Bodental: Die Polizei meldete, dass sie zu Mittag die Bodentalstraße für den gesamten Verkehr gesperrt habe. Ausflügler hatten ihre Autos entlang der Straße abgestellt, obwohl schon am Stefanitag die Gemeinde die Zufahrt ab dem Gasthaus Sereinig gesperrt hatte. Der dortige Parkplatz war schon in der Früh komplett ausgelastet.

Regen Besuch gab es auch in den Skigebieten Klippitzthörl und Weinebene im Osten Kärntens an der Grenze zur Steiermark. Die Polizei meldete zu Mittag, dass die Stellplätze zu 100 Prozent ausgelastet seien. Es gebe keinerlei Parkmöglichkeiten mehr und dies vermutlich für mehrere Stunden, teilte die Landespolizeidirektion mit.

Entspannte Lage in Salzburg
„Gutes Aufkommen“, aber eine entspannte Lage meldete der Sprecher der Salzburger Seilbahnen und Geschäftsführer der Schmittenhöhenbahn, Erich Egger. Das „gute Aufkommen“ sei auf das Potenzial von Tagesgästen, „die eine halbe oder eine Stunde mit dem Auto herfahren“, bezogen, jedoch „nichts im Vergleich zum Vorjahr“ betonte er. Je weiter weg von den Ballungsräumen, desto weniger los sei in dem Skigebiet, je näher, desto mehr. Das sei aber nicht zu vergleichen „mit relativ kleinen Skigebieten in der Nähe von großen Städten. Wenn in Flachau zu viel los ist, fährt man halt 20 bis 30 Minuten weiter ins Gasteinertal“, führte er die Situation im Bundesland vor Augen.

Auf der Schmittenhöhe etwa waren am Sonntag 3000 Gäste, an einem normalen Tag in einem anderen Jahr würden sich dort 15.000 bis 16.000 Wintersportler tummeln, verdeutlichte Egger die Relationen. „Die Stimmung ist super, die Disziplin, was Masken und Anstellen betrifft, hoch“, sagte er. Da nicht alle Lifte in Betrieb seien, gebe es durch die Kapazitätsbeschränkungen mitunter einen Stau im Anstellbereich.

Vorarlberg zufrieden mit Saisonstart
Die Vorarlberger Seilbahnen äußerten sich am Sonntag zufrieden über die ersten drei Betriebstage des heurigen Winters. Die „Vorarlberger Wochen“ würden sehr gut angenommen, die Gäste hielten sich an die Vorschriften, sagte Andreas Gapp, Obmann der Vorarlberger Seilbahnen. Lediglich in Damüls im Bregenzerwald sei es an einem Tag zu einer großen Menschenansammlung gekommen, die nach kurzer Zeit aufgelöst wurde.

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