10.11.2020 06:43 |

AMS vermittelt kräftig

Wo Arbeitslose hierzulande im Corona-Einsatz sind

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat österreichweit bisher über 140 Arbeitslose als temporäre Corona-„Contact Tracer“ und als Hilfskräfte an die lokalen Gesundheitsbehörden vermittelt. Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) hatte erst vergangenes Wochenende an die Bundesländer appelliert, ältere und Langzeit-Arbeitslose als Kontakt-Ermittler einzustellen.

Durch das Nachverfolgen von Kontakten (das sogenannte Contact Tracing) sollen Personen ausfindig gemacht werden, die Kontakt zu einem Covid-19-Erkrankten hatten und infiziert sein könnten. Dies ist eine zentrale Maßnahme, um die Ausbreitung des hochansteckenden Krankheitserregers SARS-CoV-2 einzudämmen.

An das Land Salzburg hat das Arbeitsmarktservice zwischen September und Ende Oktober bisher 48 Arbeitslose als „Contact Tracer“ vermittelt. Die Stadt Salzburg sucht noch Telefonkräfte für die Unterstützung beim Contact Tracing zeitlich befristet für drei Monate. Die Bezahlung liegt laut Ausschreibung bei etwa 1900 Euro brutto pro Monat/Vollzeit.

In Kärnten haben die Gesundheitsämter 45 Stellen im Bereich administratives Hilfspersonal durch Jobsuchende besetzt. Die Vermittlung durch das AMS ist dort derzeit abgeschlossen.

In Oberösterreich haben die Bezirkshauptmannschaften und Magistrate bisher 17 Personen für die Corona-Administration eingestellt. Aktuell liegen dem Arbeitsmarktservice Oberösterreich 54 Stellen der Bezirkshauptmannschaften und Magistrate vor. Neben „einfachen“ Mitarbeitern werden auch Sachbearbeiter und Juristen gesucht. In den meisten Fällen ist das Auswahlverfahren noch am Laufen. Zur Entlastung der öffentlichen Stellen führt das AMS auch Bewerber-Vorauswahlen durch.

Als Assistenzkräfte für den zentralen Corona-Dienst in der Steiermark wurden bisher 25 Personen durch das AMS vermittelt und es werden weitere Arbeitskräfte gesucht. Die Personen sind nicht als „Contract Tracer“ aktiv, sondern werden als administrative Unterstützung im Corona-Management des Landes und der Bezirkshauptmannschaften eingesetzt. Für den Einsatz ab Dezember werden außerdem bis zu 300 Assistenzkräfte für das Besuchermanagement in den steirischen Heimen gesucht.

In Tirol sollen in den nächsten Wochen noch zusätzlich 30 vorgemerkte arbeitslose Personen, speziell aus den peripheren Bezirken Tirols, an die lokalen Behörden vermittelt werden. Das AMS achtet auf die fachliche Eignung der Personen, weil es um genaues Erfassen von Daten geht und aufgrund der akuten Corona-Situation die Einschulung relativ kurz ist. Das Arbeitsmarktservice Tirol will auch länger arbeitslose Personen vermitteln und diesen Menschen mit Eingliederungsbeihilfen, dem Kombilohn und dem Neustartbonus helfen, zumindest befristet eine Anstellung zu finden.

Auch das AMS Vorarlberg hat Vermittlungsaufträge für Corona-Hilfskräfte von der Landesregierung bekommen. Bisher wurden fünf Personen eingestellt, weitere 20 Stellen sollen noch besetzt werden.

Im Burgenland hat das Land die Zahl der „Contact Tracer“ aufgestockt. Unter anderem wurden arbeitslose Personen eingestellt, die durch das AMS vermittelt wurden. In Niederösterreich werden circa 50 Assistenzkräfte für das Besuchermanagement in Heimen ab Dezember gesucht.

Keine Unterstützung durch das AMS brauchte Wien. Die Stadt hat so viele Bewerbungen für ausgeschriebene Jobs als „Contact Tracer“ und Corona-Assistenzkräfte bekommen, dass ein Recruiting durch das Arbeitsmarktservice nicht mehr notwendig war.

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