31.10.2020 11:17 |

Nach Fall Khashoggi

Wolff trotz Menschenrechtslage für Saudi-GP

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat die Pläne der Formel 1 für ein Rennen in Saudi-Arabien im nächsten Jahr verteidigt. „Irgendwo müssen wir anfangen. Wir sollten tun, was wir können, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen“, sagte der Wiener in Imola. Sport solle vereinen, meinte Wolff. Bei seinem Besuch beim Rennen der Formel E in Riad im Vorjahr sei er beeindruckt vom Wandel und den Umständen im Gastgeberland gewesen, erklärte der 48-Jährige.

Die Formel 1 plant im Herbst 2021 ein Stadtrennen im Jeddah. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte dies scharf kritisiert. Saudi-Arabien wolle mit dem Gastspiel der Rennserie von der schlechten Menschenrechtslage in dem Staat ablenken. Der „Fall Khashoggi“ machte 2018 große Schlagzeilen. Im Oktober 2018 töteten saudische Geheimagenten den Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul, ein Mitwissen des saudischen Herrscherhauses ist immer noch nicht ausgeschlossen.

Weltmeister Lewis Hamilton verwies darauf, die Formel 1 könne ein „kraftvolle Plattform sein, um Dinge in Bewegung zu setzen“. Sport habe die Kraft, die Welt zum Besseren zu verändern, versicherte der britische Mercedes-Pilot. In Zukunft müsse sich die Formel 1 noch stärker die Frage stellen, wie sie zum positiven Wandel in ihren Gastgeberländern beitragen könne. Er wisse aber nicht genug über die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien für ein endgültiges Urteil.

Auch Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel wollte sich zu den Plänen der Formel 1 nicht äußern. „Ich weiß zu wenig darüber“, sagte der deutsche Ex-Weltmeister. Sein Teamchef Mattia Binotto betonte: „Sport kann viel Gutes bewirken.“

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