28.10.2020 08:29 |

Digitalisierungsplan

Schüler bekommen Notebooks gratis oder verbilligt

Um die Digitalisierung an den Schulen voranzutreiben, sollen ab dem Schuljahr 2021/2022 mobile Endgeräte wie Notebooks und Tablets an Schüler der fünften Schulstufe stark verbilligt oder sogar gratis weitergegeben werden. Entsprechende Pläne existieren bereits seit einigen Monaten, jetzt hat Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) das entsprechende Gesetz in Begutachtung geschickt.

Bezahlen müssen die Eltern 25 Prozent des Einkaufspreises, dafür geht das Gerät in den Besitz des Schülers über. Ausgenommen von der Zuzahlung werden jene Familien, die Mindestsicherung, Ausgleichszulage oder Notstandshilfe beziehen, von den Rundfunkgebühren befreit sind oder wo ein im gleichen Haushalt lebendes Geschwisterkind im Jahr davor eine Beihilfe gemäß Schulbeihilfe- oder Studienförderungsgesetz bezogen hat. In diesen Fällen sind die mobilen Endgeräte gratis.

Für das erste Jahr gibt es noch eine weitere Ausnahme. Profitieren können auch Schüler, die die fünfte Klasse wiederholen, sowie Jugendliche aus der sechsten Schulstufe. Die Voraussetzung dafür ist, dass an einem Standort überhaupt die staatliche Beihilfe wirksam wird und dass es dort ein spezifisches Digitalisierungskonzept gibt.

Lehrer können per Fernverwaltung kontrollieren
Zur Gewährleistung der Unterrichtsziele sollen Lehrpersonen während des IT-gestützten oder ortsungebundenen Unterrichts mittels Fernverwaltung auf die Geräte der jeweiligen Schüler zugreifen können. Dies sei freilich so auszugestalten, dass der Eingriff nicht unbemerkt durch die Jugendlichen stattfinden könne, hieß es.

Endgeräte sollen auch dem Lehrpersonal als Lernbehelf zur Verfügung gestellt werden. Im Bereich der Landeslehrpersonen, die ja in den Mittelschulen tätig sind, soll als Anschubfinanzierung den Ländern die Möglichkeit zu einem durch den Bund finanzierten Erwerb von digitalen Endgeräten für die Schuljahre 2021/22 und 2022/23 im Ausmaß von drei Endgeräten je erstmals teilnehmender Klasse an anspruchsberechtigten Schulen geschaffen werden.

Beschaffungsstart im Dezember
Evaluiert wird das Projekt laut Gesetzesentwurf bis spätestens Ende 2024, die Beschaffung der günstigen bzw. Gratis-Tablets und Notebooks für die Schulen soll jedoch bereits im kommenden Dezember starten. Bis dahin sollen die jeweiligen Standorte dem Bildungsministerium mitteilen, ob sie teilnehmen wollen. Dann geht es an die Beschaffung, wobei die Schulen zwischen drei Betriebssystemen wählen können. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) geht davon aus, dass die allermeisten Standorte an dem Projekt teilnehmen.

Gezwungen wird freilich keine Schule. Wie Faßmann bei einem Pressegespräch ausführte, könne sich ein Standort auch dafür entscheiden, als letztes gallisches Dorf weiter nur auf analogen Unterricht zu setzen. Präsidialsektionschefin Iris Rauskala geht von 80.000 bis 160.000 mobilen Endgeräten aus, die im ersten Jahr benötigt werden. Die große Bandbreite ergibt sich daraus, dass man im Ministerium nicht abschätzen kann oder will, wie viele Standorte sich beteiligen. Nötig dafür ist jedenfalls die Erstellung eines eigenen Digitalisierungskonzepts. Die Bewerbung der Schulen soll bis 18. Dezember vorliegen. Für Rauskala bedeutet die günstige Beschaffung auch einen wichtigen Beitrag zur „Digital Equity“. Durch die einheitlichen Geräte würden alle auf demselben Level sein. Einkommensschwache Haushalte sind zudem vom 25-prozentigen Selbstbehalt beim Erwerb ausgenommen.

Neues Portal soll Anwendungen bündeln
Präsentiert wurde bei dem Pressegespräch zudem das Portal Digitale Schule (PoDS), das die im Schulbereich verwendeten elektronischen Anwendungen bündelt. Unter einem Login können dann die diversen Plattformen vom elektronischen Klassenbuch über das Verwaltungsprogramm Sokrates bis zu den Contentportalen Eduthek und Edutube abgerufen werden. Lehrer haben ebenso bereits Zugang wie Schüler. Ab Dezember sollen auch Erziehungsberechtigte eingebunden sein. Dies gilt freilich vorerst alles nur für die Bundesschulen. Die Pflichtschulen sollen ab Herbst 2021 zur Teilnahme „eingeladen“ werden.

Zu erreichen ist PoDS nicht nur auf Desktops, sondern auch auf Mobilgeräten wie Tablets und Smartphones. Betrieben wird es vom Bundesrechnungszentrum.

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