07.10.2020 12:53 |

Problem ignoriert

„Joy-Con-Drift“: Mutter und Sohn klagen Nintendo

Nintendo droht weiteres juristisches Ungemach in den USA wegen des auch als „Joy-Con Drift“ bekannten Problems der sich von selbst bewegenden Controller bei seiner Switch-Konsole. Eine Mutter und ihr Sohn werfen dem japanischen Hersteller vor, zu wenig gegen den Hardware-Defekt unternommen zu haben - und reichten daher Klage ein.

Wie „Wired“ unter Berufung auf die in Nordkalifornien eingereichte Klageschrift berichtet, kaufte Luz Sanchez ihrem damals achtjährigen Sohn, der in den Unterlagen nur „M.S.“ genannt wird, im Dezember 2018 eine Nintendo Switch. Bereits einen Monat später machten sich erste Bewegungen der Controller bemerkbar, obwohl niemand diese berührte. Nach einem Jahr sei der „Joy-Con Drift“ so ausgeprägt gewesen, „dass die Controller für den allgemeinen Spielbetrieb unbrauchbar wurden“, zitiert das Magazin aus der Klage. Sanchez kaufte ein neues Paar Controller, doch nach sieben Monaten begannen auch diese zu „driften“.

Das Problem ist Nintendo bereits seit Längerem bekannt. Der Hersteller sieht sich deshalb bereits mit mehreren Klagen konfrontiert. Erst vor zwei Wochen verklagte die französische Verbraucherschutzorganisation Que Choisir den Spielehersteller wegen „geplanter Obsoleszenz“. Nintendo begann im Juli 2019 damit, Joy-Cons nach der Garantiezeit kostenlos zu reparieren, und Nintendos Präsident entschuldigte sich bei einem Finanztreffen im Sommer dieses Jahres sogar für das Problem. Sanchez‘ Anwälte argumentieren jedoch, dass Nintendo nicht genug getan habe, um das Problem zu beheben oder die Kunden im Vorfeld zu warnen.

„Der Beklagte fährt fort, die Produkte in voller Kenntnis des Mangels zu vermarkten und zu verkaufen, ohne den Joy-Con-Drift-Mangel in seiner Vermarktung, Werbung oder Verpackung den Verbrauchern gegenüber offenzulegen“, heißt es in der Klage. „Der Beklagte hatte ein finanzielles Motiv, den Mangel zu verbergen, da er den Verkauf der Produkte nicht einstellen wollte und/oder einen erheblichen Geldbetrag zur Behebung des Mangels aufwenden müsste.“ Sanchez und ihr Sohn fordern daher nun die stolze Summe von fünf Millionen Dollar als Schadensersatz. Der Neupreis für ein Paar Joy-Con-Controller beträgt rund 80 Dollar.

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