22.09.2020 11:06 |

„Doom“ nur für Xbox?

Microsoft kauft Zenimax: PlayStation-Fans in Sorge

Die Übernahme des Spieleentwicklers Zenimax, zu dem Bethesda („Fallout“, „The Elder Scrolls“) und id Software („Doom“) gehören, durch den Software-Riesen Microsoft für 7,5 Milliarden US-Dollar sorgt für Gesprächsstoff in der Gaming-Branche - und für Sorge unter PlayStation-Fans, die nun befürchten, Zenimax-Spiele könnten künftig exklusiv für Microsofts Xbox erscheinen. Befürchtungen, die Microsoft nur teilweise zerstreut …

Kein „Elder Scrolls“, kein „Doom“ und kein „Fallout“ mehr für PlayStation-Gamer? Nachdem Microsofts Milliardenzukauf bekannt wurde, ging bei Spielern, die nicht in Microsofts Xbox-Ökosystem, sondern bei der Konkurrenz daheim sind, augenblicklich die Angst um, sie könnten den Zugang zu Spielen von Zenimax verlieren.

Bereits fixierte Veröffentlichungen sind sicher
Eine Befürchtung, zu der Phil Spencer, Chef der Gaming-Sparte bei Microsoft, im Gespräch mit der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg Stellung nahm. Er versicherte, dass von Zenimax eingefädelte Geschäfte mit den Rivalen Sony und Nintendo nicht von der Übernahme betroffen seien. Damit ist etwa die Veröffentlichung der Projekte „Deathloop“ und „Ghostwire: Tokyo“ für die PlayStation 5 erst einmal gesichert.

Release wird „von Fall zu Fall“ entschieden
Wie es dann weitergeht, lässt Spencer allerdings offen. Auf weiter entfernte Veröffentlichungen - in Arbeit sind bei Bethesda etwa „The Elder Scrolls 6“ und das Sci-Fi-Rollenspiel „Starfield“ - angesprochen, erklärte Spencer, man werde eine Veröffentlichung für andere Konsolen „von Fall zu Fall entscheiden“. Dass die nächsten Gassenhauer aus der „Elder Scrolls“-, „Fallout“- oder „Doom“-Reihe auch auf Konsolen von Sony und Nintendo kommen, ist damit nicht ausgeschlossen - aber auch nicht gesichert.

Windows-PCs Teil von Microsofts Strategie
PC-Spieler können der Übernahme gelassener entgegenblicken: Microsoft hatte bei ihnen zwar in den letzten Jahren mit dem Versuch, Spieler mit Exklusiv-Veröffentlichungen an den Windows Store zu binden, für Unmut gesorgt. Gleichzeitig sind Windows-PCs aber Teil der Gaming-Strategie des Softwareriesen und werden längst mit einst Xbox-exklusiven Microsoft-Krachern aus der „Halo“-, „Forza“- oder „Gears of War“-Reihe versorgt. Am Fokus auf den PC dürfte sich durch die Übernahme also nichts ändern.

Zukäufe stärken Microsofts Spiele-Abo
Analysten gehen davon aus, dass Microsoft mit der Übernahme von Bethesda nicht nur seine Gaming-Sparte Xbox, sondern ganz konkret deren Abo-Angebot Xbox Game Pass stärken will. Der Dienst, der gegen eine Monatsgebühr Zugriff auf eine Hunderte Titel schwere Spielebibliothek gewährt, soll nach Microsofts Willen eine Art „Netflix für Spiele“ werden und für kontinuierliche Einnahmen sorgen. Um den Dienst attraktiv zu machen, muss man natürlich für ein breites Spieleangebot sorgen - und hat erst kürzlich Spiele von Electronic Arts an Bord geholt und nun mit dem Zenimax-Deal eine ganze Reihe weiterer starker Marken gewonnen.

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