07.09.2020 18:30 |

Nun blüht ihm Prozess

Wollte kein E-Learning: 16-Jähriger hackte Schule

Nicht nur bei uns öffnen dieser Tage die Schulen wieder, sondern auch in vielen anderen Ländern. Zumindest dort, wo nicht weiter auf Fernunterricht gesetzt wird wie etwa in der South Miami Senior High im US-Bundesstaat Florida. Dort hat ein 16-Jähriger für Aufsehen gesorgt, der die Schule mit einem Hackerangriff lahmlegte, weil er keine Lust auf E-Learning hatte.

Das berichtet der „Miami Herald“. Der 16-Jährige soll demnach die Schul-Server mit einem recht einfachen sogenannten DDoS-Angriff lahmgelegt haben. Dabei wird ein Server mit so vielen Anfragen bombardiert, dass er unter der Last den Dienst quittiert. Viel Know-how brauchte der Schüler dafür nicht: Er verwendete kurzerhand die in Hacker-Kreisen altbekannte Software „Low Orbit Ion Cannon“ (LOIC), um den Überlastungsangriff durchzuführen.

Dieses Tool kann von jedermann heruntergeladen werden und ist in IT-Security-Kreisen ein alter Bekannter - ein sehr alter sogar, der schon seit Jahren nicht mehr weiterentwickelt wurde und heute eigentlich nicht mehr als besonders gefährlich gilt.

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Die Schule muss in Bezug auf ihre Router-Konfiguration wirklich veraltet sein.

IT-Security-Experte Mark Rasch

Unterricht war drei Tage lang gestört
Funktioniert hat die Attacke aber trotzdem: An den ersten drei Schultagen war der Online-Unterricht gestört, der Schüler hatte also sein Ziel erreicht. Sehr zum Erstaunen von IT-Security-Experten, die kaum glauben konnten, dass ein so altmodischer Angriff heute noch funktioniert. IT-Security-Experte Mark Rasch im Gespräch mit der Zeitung: „Die Schule muss in Bezug auf ihre Router-Konfiguration wirklich veraltet sein.“

Für den 16-Jährigen hat die Aktion Konsequenzen: Er bekam Ende letzter Woche tief nachts - die DDoS-Angriffe begannen stets um drei Uhr morgens - Besuch von der Polizei, zeigte sich geständig und wurde vor den Augen seiner erstaunten Eltern, die nichts vom Treiben des Sohnes wussten, aufs Polizeirevier mitgenommen. Sein Computer und eine Spielkonsole wurden beschlagnahmt, der Bursch später wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihm blüht nun ein Prozess wegen des versuchten Betrugs mit einem Computer und der Störung einer Bildungseinrichtung. Die Anhörung ist am 8. Oktober.

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