Verjüngte Veilchen

Führt Lichtgestalt Stöger Austria in rosige Zeit?

Nach einer Saison zum Vergessen will Peter Stöger als violette Lichtgestalt eine Wende zu rosigeren Zeiten in Wien-Favoriten einleiten. Der letzte Meistermacher der Austria hat seinen langjährigen Klub in einer schwierigen Phase übernommen. Die finanziell klamme Situation verschärfte die nach wie vor nicht überstandene Coronakrise. Die Austria setzt nun auf den Nachwuchs, Geduld wird gefragt sein. Stöger verspricht, mindestens ein Jahr zu bleiben. Der Abgang von Alon Turgeman wird indes immer wahrscheinlicher.

„Aufgeregt bin ich nicht, eher neugierig“, sagte Stöger eine Woche vor dem Startschuss in die neue Bundesliga-Saison im APA-Gespräch. Kommenden Freitag gastiert die Austria beim LASK. Für Stöger das Comeback in der Liga, nachdem er sich im Mai 2013 nach einem bedeutungslosen 0:3 in Salzburg mit dem Meistertitel im Gepäck Richtung Deutschland verabschiedet hatte. Nun steht er am Verteilerkreis trotz dichtem Terminprogramm wieder täglich am Rasen. „Bisher war ich bei jedem Training dabei“, merkte der Sportchef an.

Ende Juli erfolgte die doch überraschende Kunde: Stöger, der im Vorjahr als Sport-Vorstand zur Austria zurückgekehrt war, übernimmt als Nachfolger des zu Sturm Graz abgewanderten Christian Ilzer als „General Manager Sport“ die Betreuung der Profis. „Ich weiß um die Probleme des Clubs, wie es um die Wirtschaftlichkeit steht und kenne die Spieler gut. Das macht es einfacher, dass man im Laufe einer Saison die Nerven nicht wegschmeißt“, meinte der 54-Jährige - er soll nun die Not zur Tugend machen.

Sparkurs und noch ein Abgang?
Denn auch in der Sommerpause war Sparen angesagt. Mit James Jeggo (zu Aris Saloniki) und Florian Klein (Vertrag ausgelaufen) verließen zwei Großverdiener den Club. Der Vertrag von Dominik Prokop wurde nicht verlängert, um den aktuell verletzten Alon Turgeman (oben im Bild) ranken sich Abgangsgerüchte. Der im Frühjahr an Wisla Krakau verliehene Israeli will dem Vernehmen nach in Polen bleiben. Die Vereinskasse etwas aufgefüllt hat die Austria mit dem Transfer von Verteidiger Alexandar Borkovic zu Hoffenheim.

Suttner zurück
Auf der Haben-Seite stehen U21-Teamtorhüter Ammar Helac und ein Rückkehrer: Markus Suttner, wie Kapitän Alexander Grünwald 2013 unter Stöger Meister, beackert nach Jahren in England und Deutschland nun wieder die heimischen Spielfelder. Der 33-jährige Ex-Teamspieler soll nicht nur die Problemzone links außen beheben, sondern auch eine wichtige Rolle im Mannschaftsgefüge einnehmen. „Ich kann mit meiner Erfahrung hoffentlich helfen, in schwierigen Situationen voranzugehen“, betonte Suttner.

Ansonsten wurde der Kader nach den Abgängen verjüngt. Akteure der im Frühjahr in der 2. Liga überzeugenden Young Violets rückten auf. Mit Spielern wie Grünwald, Suttner, Michael Madl oder Christoph Monschein gibt es einen Kern, dahinter stellte sich die Austria durchwegs jung auf. „Die Challenge ist, die Mischung zu finden. Wir haben arrivierte Jungs, die das Konstrukt halten können. Die Frage ist, wen kann man dann zu welchem Zeitpunkt bringen?“, erklärte Stöger. Geduld sei ein Faktor. „Die wird man aufbringen müssen.“

Zurück zum Austria-Stil?
Die Geduld war bei den meisten Austria-Fans in der Vorsaison zu Ende. Ein Europacup-Startplatz wurde im Play-off-Duell mit Hartberg verpasst. Der Einzug in die Meistergruppe gelang zuvor nach einer völlig durchwachsenen Herbstsaison nicht. An Ilzer wollte die Klub-Führung dennoch festhalten, den Steirer zog es freilich nach Graz. Dass mit ihm als Trainer Ruhe im Umgang mit den enttäuschten Fans eingekehrt ist, sei vielleicht momentan der Fall, mutmaßte Stöger. Dennoch: „Am Ende müssen die Resultate passen.“

Mit mehr Ballbesitz und Ballkontrolle, ein wenig weg vom unter Ilzer und dessen Vorgänger Thomas Letsch noch intensiver praktizierten Pressing. So soll die Austria künftig auftreten. „Ich denke, dass das am besten zu unseren Spielern passt“, so Stöger. Natürlich sei es aber Ziel, taktisch variabel aufzutreten. Stöger holte den Personalentwickler Werner Zöchling wieder an Bord. Die Co-Trainer Jochen Fallmann und Gerhard Fellner unterschrieben ebenso vorerst bis 2021. Dann endet auch Stögers Vertrag bei der Austria, als General Manager wie auch als Sport-Vorstand. Ob es eine Fortsetzung gibt, ist offen. „Es ist schwer abschätzbar. Ich habe gesagt, dass ich das ein Jahr auf jeden Fall machen werde. Was dann kommt, werden wir sehen.“

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