04.08.2020 11:38 |

Unwetter-Einsätze in Ö

Hochwasser-Voralarm, Überflutungen, Murenabgänge

Dauereinsatz für die Feuerwehren in großen Teilen Österreichs: Die starken Regenfälle haben auch in der Nacht auf Dienstag vielerorts zu Murenabgängen und Überschwemmungen geführt. Mittlerweile wird auch die Situation an Flüssen und Bächen kritisch: Hochwasser-Voralarm wurde etwa für die Enns in Steyr sowie mittlerweile auch für den Inn in Schärding (beides Oberösterreich) ausgegeben, der Wasserstand steigt rasant. Die A8 musste im Bereich des Großen deutschen Ecks sogar wegen Überflutung gesperrt werden. In höheren Lagen fielen sogar einige Schneeflocken.

Bereits seit Sonntag halten die anhaltenden Regenfälle die Einsatzkräfte der Feuerwehren in Oberösterreich auf Trab. „Schaut man sich die vergangenen 24 Stunden an, sind das schon ordentliche Wassermengen. Natürlich mit regionalen Unterschieden“, erklärte ZAMG-Meterologe Christian Ortner.

Pegel des Inn steigt rasant
Die Pegelstände vieler Bäche und Flüsse stiegen zuletzt ebenfalls stark an. Dem Hydrografischen Dienst des Landes zufolge ist es möglich, dass in Steyr der Ennskai überflutet wird. Am Vormittag wurde auch in Schärding der Hochwasser-Voralarm ausgelöst. Der Pegel des Inn steigt rasant, dürfte im Laufe des Nachmittags einen Stand von sieben Metern erreichen, berichtete die Freiwillige Feuerwehr Schärding. Bei diesem Wasserstand könnten ersten Gebäude und Straßen betroffen sein, hieß es. Den letzten Hochwasser-Voralarm gab es im Jahr 2013. Auch die Situation der Donau wird genau im Auge behalten, hieß es.

Fünf-Meter-Marke der Salzach überschritten, Alarmgrenze nicht erreicht
Ähnliches Bild auch in Salzburg: Über Nacht stieg auch der Pegel der Salzach in Mittersill stark an, die Fünf-Meter-Marke wurde zunächst sogar überschritten. Zum Morgen hin entspannte sich die Lage etwas - die Situation wurde jedoch weiterhin genau beobachtet. Am späten Vormittag gab es dann Entwarnung: Die Warngrenze für den Pegel der Salzach wurde zwar überschritten, die Alarmgrenze wird allerdings nicht erreicht werden. Die Lage beruhige sich, hieß es. Ein Aufbau des Hochwasserschutzes ist demnach nicht erforderlich.

In den vergangenen 48 Stunden fielen stellenweise bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Vielerorts wurden Straßen überflutet, Keller überschwemmt, zudem kam es ebenfalls zu über die Ufer tretenden Bächen. Auch in der Stadt Salzburg gingen große Regenmengen nieder. „Wir sind total beschäftigt - die Telefone gehen über“, so Johannes Huber von der Berufsfeuerwehr Salzburg. „Alle Autos, die wir zur Verfügung haben, sind im Einsatz“, berichtete er am Vormittag der „Krone“. Vor allem die kleinen Bäche in Parsch, Itzling oder Leopoldskron bereiteten den Einsatzkräften der Stadt große Probleme.

200 Einsätze in Kärnten allein in der Nacht
Auch in Kärnten waren die Einsatzkräfte stark gefordert. Die heftigen Niederschläge und Gewitter in der Nacht auf Dienstag führten zu 200 Einsätzen der Kärntner Helfer. Bäume stürzten um und blockierten Straßen, eine Vielzahl an Kellern stand unter Wasser. In Himmelberg im Bezirk Feldkirch drang nach Angaben der Polizei das Wasser in den Heizraum eines Wohnhauses ein. Dabei wurden Leitungen eines Öltanks abgerissen - 7000 Liter Heizöl traten aus. Eine Entsorgungsfirma musste das Wasser-Öl-Gemisch abpumpen, eine Gefährdung der Umwelt bestand nicht.

In Steindorf am Ossiacher See musste ein 69-jähriger Autofahrer einen gehörigen Schreck erleben. So wurde er plötzlich von Geröll in seinem Fahrzeug eingeschlossen, als der Steindorfer Bach am späten Abend plötzlich über die Ufer trat. Der Wagen wurde dabei bis auf Höhe der Fensterscheiben verschüttet - der Lenker konnte unverletzt aus dem schwer beschädigten Fahrzeug gerettet werden. 

Die Bahnstrecke zwischen Feldkirchen und Villach war nach Murenabgängen und Hangrutschungen an mehreren Stellen unterbrochen. Auch für Kärnten werden besonders für den Nachmittag weitere Gewitter erwartet.

Steirische Einsatzkräfte schwer gefordert
Auch in der Steiermark hatten die Einsatzkräfte am Montag alle Hände voll zu tun - besonders im Mürztal gingen große Regenmengen nieder. Bäche traten in der Folge über die Ufer, Wohnhäuser, Keller und Straßen wurden überschwemmt. Allein in den Abendstunden kam es zu knapp 70 Unwettereinsätzen.

Url in Niederösterreich über Ufer getreten
Im niederösterreichischen Bezirk Amstetten trat nach den starken Regenfällen die Url über die Ufer. Mehrere Unterführungen standen unter Wasser, berichtete Philipp Gutlederer vom Bezirkskommando. In Mauer-Öhling rüstete man sich am Dienstagvormittag für einen möglichen Übertritt des Flusses, der Hochwasserschutz wurde aufgebaut. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. „Es regnet nach wie vor“, hieß es.

Schnee im August
Auch in Tirol regnete es seit den Montagabendstunden anhaltend. In gefrorener Form sorgte das Wasser Dienstagfrüh allerdings für einen besonderen Schnappschuss. So meldete der Stubaier Gletscher tatsächlich Schnee im August. „Unser Mammut wurde etwas eingeschneit“, hieß es auf Facebook.

Winterliche Stimmung herrschte allerdings auch am Großglockner, wie Bilder von der Erzherzog Johann Hütte zeigen.

70 Liter Regen in 24 Stunden in Dornbirn
In Vorarlberg galt es für die Feuerwehren vor allem in den Bezirken Dornbirn und Feldkirch zahlreiche Einsätze zu absolvieren. Unter Wasser stehende Keller und Tiefgaragen mussten ausgepumpt werden, auch Straßen mussten aufgrund von Überflutungen vorübergehend gesperrt werden. Allein in
der Stadt Dornbirn fielen innerhalb von 24 Stunden mehr als 70 Liter Regen pro Quadratmeter.

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