06.07.2020 05:00 |

Psyche & Potenz

Wenn sich der Penis tot stellt

Neben Erkrankungen wie echten Depressionen können auch seelische Gründe zu Potenzproblemen bei Männern jeden Alters führen, wie Sexualtherapeuten bestätigen.

Es stimmt schon, dass Erektionsstörungen immer zunächst ärztlich abgeklärt werden müssen. Aber in vielen Fällen stellt sich heraus, dass es keine körperlichen Ursachen dafür gibt. Eine Formulierung trifft den Kern der Sache gut: Wenn sich der Penis tot stellt, ist das oft eine verschlüsselte Botschaft der Seele. Die Lust entsteht nämlich wenig überraschend im Kopf. Die Informationsübertragung im Gehirn funktioniert durch Botenstoffe. Die Symptome der Parkinson-Krankheit entstehen zum Beispiel, wenn Mangel an Dopamin herrscht. Fehlt es am „Glückshormon“ Serotonin, drohen Depressionen und Panikattacken. Weil Dopamine antriebsfördernd wirken und Serotonin unter anderem für Ausgeglichenheit sorgt, spielen diese Substanzen auch bei Potenzproblemen eine wesentliche Rolle

In diesem Zusammenhang ist freilich ärztlich abzuklären, ob der Hirnstoffwechsel funktioniert. Bei organischen Leiden wie echten Depressionen, Suchterkrankungen oder Schizophrenie gerät oft auch das Sexualleben aus den Fugen - nichts geht mehr. Was übrigens Frauen ebenfalls betrifft, die Orgasmusstörungen bekommen können. Nicht erst seit der Coronakrise spielt in unseren modernen Zeiten aber Stress eine der Hauptrollen. Ganz ohne nachweisbare Krankheit. Es genügt schon, überlastet zu sein, nur noch Sorgen um den Arbeitsplatz usw. zu haben oder wegen mangelnder Erfolge kein Selbstvertrauen mehr zu besitzen. Dann herrscht im Bett sozusagen sexuelle Flaute.

Sexualtherapeuten bestätigen, dass zuerst die Libido erlischt, also die Lust auf Sex. Wer nur noch schlafen will, um dem tristen Alltag zu entfliehen, kommt als Sexualpartner kaum mehr in Frage. Die Potenz bleibt gleichsam auf der Strecke. Wir Menschen sind unterschiedlich belastbar. Viele kommen gut über die Runden. Sie stecken Stress leichter weg. Andere brauchen Unterstützung. Eine gute Möglichkeit der Selbsthilfe ist körperliches Aufrüsten über sportliche Betätigung. Sport vertreibt unter anderem den Lustkiller Angst. Andere Möglichkeiten können Arzt und/oder Apotheker anbieten. Nur nicht genieren - Hilfe annehmen!

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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