07.06.2020 05:00 |

„Jungbrunnen“

Humorvolle Menschen leben gesünder und länger

„Lachen ist die beste Medizin“ - diesen Spruch kennen wir schon lange. Auch die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich zunehmend mit den positiven Auswirkungen von Humor.

Die positiven Auswirkungen des Lachens sind Teil der sogenannten Gelotologie (Lachforschung) und mittlerweile durch verschiedene Studien wissenschaftlich belegt. Beispielsweise untersuchte Sven Svebak von der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie den Einfluss von Humor auf die Lebensdauer. Sein Ergebnis: Da fröhliche Menschen seltener krank würden, lebten sie bis zu 20 Prozent länger als die Durchschnittsbevölkerung. Wichtig sei vor allem eine positive Denkweise. Wenn wir lachen, betätigen wir im Gesicht 17 Muskeln, im gesamten Körper, vor allem am Zwerchfell sowie im Bauch, sogar noch deutlich mehr.

Durch die verstärkte Atmung kann der Organismus etwa dreimal so viel Sauerstoff aufnehmen wie normal, Puls und Blutdruck steigen. Nach der Lachattacke senken sich die Werte wieder ab. Diverse Studien zeigen insgesamt positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Auch die körpereigenen Abwehrkräfte werden beeinflusst. Der amerikanische Immunologe Lee S. Berk stellte fest, dass sich bei Personen, nachdem sie sich z. B. einen lustigen Film angesehen hatten, Killer-Zellen und Antikörper im Blut vermehrten. Sogar noch einige Tage später lagen höhere Werte vor. Durch Fröhlichkeit und gute Laune werden Glückshormone (Endorphine) im Gehirn freigesetzt, Ängste und Stress gemindert. Selbst unter größten Arbeitsbelastungen lassen sich auf diese Weise Verspannungen lösen. Lachen soll sogar gegen Verstopfung, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit helfen.

Sogar Wirkung gegen Schmerzen belegt
Untersuchungen bei Schmerzpatienten zeigten, dass diese nach nur wenigen Minuten Lachen eine Erleichterung ihrer Beschwerden erfuhren, die sogar mehrere Stunden anhalten konnte. Humor wird zunehmend auch als Therapie eingesetzt. Etwa bei Depressionen. Dabei lockern sich nicht nur die Gesichtsmuskeln, sondern auch die Gedankenmuster. Der amerikanische Psychologe Robert Zajonc konnte nachweisen, dass Veränderungen der Gesichtsmuskulatur beim Lächeln Auswirkungen auf die Blutzufuhr im Gehirn haben. Es bekommt sozusagen eine „Sauerstoffdusche“. Dies führt zu einem positiven emotionalen Zustand.

Bei dementen Patienten verbesserte sich nach lustigen Situationen die zeitliche Orientierungs- und Merkfähigkeit. Sie konnten sich sogar noch ein bis zwei Tage später an ein humorvolles Ereignis erinnern. Trainieren Sie daher regelmäßig Ihre Gesichtsmuskulatur. Gerade Menschen, die an depressiven Verstimmungen leiden, sollten bewusst ihrer Mimik einen fröhlichen Ausdruck geben. Lachen soll auch ein wirksames Mittel gegen Müdigkeit sein. Forscher fanden heraus, dass eine Minute davon ebenso erfrischend sein kann, wie 45 Min. Entspannungstraining. Während Kinder pro Tag rund 200 bis 400 Mal „losprusten“, bringen es Erwachsene nur noch auf ca. 15 Mal. Offensichtlich verlieren wir mit zunehmendem Alter die Fähigkeit dazu, oder uns gehen die Gründe dafür aus. Die gute Nachricht: Man kann diese natürliche Gabe jederzeit wieder hervorholen!

Regina Modl, Kronen Zeitung

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